Ortsbürgermeister sehen mögliche Testpflicht kritisch

3G-Regel kommt nicht gut an

Corona-Schnelltest, Osterburger Sommernächte
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Kulturveranstaltungen wie die Osterburger Sommernächte (Foto) können von Ungeimpften ab einer Inzidenz von 35 nur mit Coronatest besucht werden.
  • Tobias Henke
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Die Corona-Zahlen in Sachsen-Anhalt sind im Bundesdurchschnitt derzeit sehr niedrig. Am Freitag wurde sie mit 14,7 angegeben. Einige Bundesländer haben bereits die durch den Bund beschlossene 3G-Regel umgesetzt. Diese beinhaltet, dass ab einer Inzidenz von 35 nur noch Geimpfte, Genesene und Getestete bestimmte Innenräume wie Kliniken, Schwimmbäder, Friseursalons und Hotels betreten dürfen. Auch bei den Osterburger Sommernächten galt die Regelung teilweise (die AZ berichtete).

Osterburg – Nur schwer möglich sein dürfte es auf der Ebene der Ortschaften sein, die 3G-Regel bei Veranstaltungen umzusetzen. „Wir haben bis heute, seit Beginn der Pandemie, keine Seniorentreffen mehr veranstaltet, weil die Vorgaben einfach nicht umsetzbar sind“, so Erxlebens Ortsbürgermeister Steffen Seifert gegenüber der AZ. Das traditionelle Dorffest wurde bereits zweimal abgesagt. „Ich glaube, dass viele gedacht haben, dass es mit zunehmenden Impfungen alles deutlich einfacher wird, zum Beispiel Feste zu organisieren, aber das ist es nicht“, so die Feststellung Seiferts. „Falls die 3G-Regel greifen sollte, würde das alles noch schwieriger.“

Etwas gelassener sieht Rossaus Ortsbürgermeister Bernd Drong die Thematik. In der Ortschaft soll am 2. Oktober anlässlich des Tages der deutschen Einheit eine Feier stattfinden, über deren Details in Kürze der Ortschaftsrat beraten wird. „Da es eine Freiluftveranstaltung ist und die Abstände eingehalten können, brauchen wir auch keine 3G-Regel“, glaubt Drong, auch wenn derzeit niemand weiß, wie die Regeln im Herbst aussehen werden.

Ähnlich wie es auch schon Kulturausschussvorsitzender Wolfgang Tramp (Die Linke) bei seinem Fazit zu den Osterburger Sommnächten in der AZ geäußert hatte, befürchtet auch Osterburgs Ortsbürgermeister Klaus-Peter Gose, dass eine Testpflicht, Besucher von Veranstaltungen abschrecken könnte. „Bei meiner Regel wären es Geimpfte, Genesene und gesunde, die Veranstaltungen besuchen dürfen“. Gose verweist darauf, dass es derzeit immer noch schwer sei, sich selbst im kleinen Rahmen zu treffen. „Wir wollten eigentlich immer noch unsere Ortschaftsratssitzung im Dorfgemeinschaftshaus von Dobbrun nachholen, doch aufgrund der Vorgaben ist das nicht möglich“. Grund sei, dass sich nur 13 Personen dort treffen dürften. „Und wir sind ja schon neun Ortschaftsratsmitglieder und wollen niemandem die Tür vor der Nase zuschlagen müssen.“ Gose hofft, dass die Inzidenz nicht steigt und es in den nächsten Monaten keine Testpflicht bei Kulturveranstaltungen gibt.

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