„Enormer Kraftakt“ fast am Ziel

Ruheforst in Krumke nimmt am 23. April Betrieb auf

Stadträte und Bürgermeister Nico Schulz machten sich ein Bild vom geplanten Ruheforst in Krumke
+
Bereits 2018 machten sich etliche Stadträte im Krumker Wald ein Bild von den Plänen bezüglich des Ruheforstes. Aufgrund der hohen Inzidenzwerte wird die Inbetriebnahme ohne Gäste stattfinden.
  • vonFrank Schumann
    schließen

Nun ist es amtlich: Ab dem 23. April werden mit Aufnahme des Geschäftsbetriebs Urnenbeisetzungen im „RuheForst Krumke/Altmark“ möglich sein. Darüber informierte Annegret Spillner die AZ. In einem Vierer-Team ist die in der Region bekannte Mitbetreiberin des Kulturcafés im Kavaliershaus Krumke künftig auch als Kundenberaterin für den Ruheforst tätig.

Krumke – Der offizielle Start werde in der kommenden Woche eher lautlos erfolgen. Die aktuellen Pandemie-Beschränkungen lassen eine angemessene Einweihung nicht zu, so Spillner. Diese soll voraussichtlich im Sommer oder Herbst inklusive der Segnung erfolgen – „sobald es die Corona-Lage ermöglicht“.

Auch eine Beisetzung werde es laut Spillner noch nicht geben. Die altmärkischen Bestattungsunternehmen seien zwar über das neue Angebot informiert. Doch die Belegung der Grabstellen erfolge überwiegend nicht im unmittelbaren Trauerfall. Rund zwei Drittel dieser Gräber würden bereits zu Lebzeiten reserviert – von Menschen, welche nach ihrem Tod an diesem Ort beigesetzt werden möchten. Dafür biete der Krumker Ruheforst nun zwei Möglichkeiten, das Einzel- und das Gemeinschafts-Biotop. Dabei werden die jeweils zwölf Urnenplätze eines Baumes von einzelnen sich unbekannten Personen oder aber von einer Gemeinschaft (Familie, Freunde) gekauft.

Entsprechend des im Vorfeld signalisierten Interesses erwartet Spillner, dass ab 23. April das Telefon (01520/7665549) permanent klingeln wird. Darauf sei das Ruheforst-Team vorbereitet. Bei der feierlichen Inbetriebnahme werden laut Annegret Spillner keine Gäste dabei sein, auch die Öffentlichkeit wird nicht eingeladen. Dies sei Bedingung des Ordnungsamtes gewesen,

Die jetzt im Krumker Wald mögliche Bestattung sehe sie auch als das erfolgreiche Ende eines „enormen Kraftaktes“. Spillner erinnerte daran, dass die ersten Überlegungen und Bestrebungen für den Ruheforst bereits zwölf Jahre zurückreichen. Damals hatte es noch nicht einmal ihr Kulturcafé im Kavaliershaus gegeben. Übrigens konnte Selbiges am 1. März auf seinen zehnten Geburtstag blicken. Für die Gründer ein großes Ereignis, das aber ebenfalls recht still verlaufen musste. Ungeachtet der pandemischen Einschränkungen feilt das Kavaliershaus-Team an der Zukunft, was sich unter anderem in einer zum Jahresbeginn wirksam gewordenen Änderung ihrer Unternehmensform ausdrückt („Altmark Kavaliere UG haftungsbeschränkt“). Am Betrieb von Kulturcafé, Gästehaus und Weinhandel soll sich nichts ändern, lassen die „Kavaliere“ auf ihrer Website wissen. „Jedoch werden wir einige strukturelle Veränderungen vornehmen und weitere Projekte vorantreiben.“

Zu den Änderungen gehört auch die neue Aktivität von Annegret Spillner für den Ruheforst. Sie selbst erwartet dabei mögliche Synergieeffekte. So könnten Trauergesellschaften in der Zeit nach Corona beispielsweise die gastronomischen Angebote des nahen Kavaliershauses nutzen.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare