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Mit viel Aufwand restauriert

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Von: Tobias Henke

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Der Hirsch wird zur Zeit an einer Berliner Universität resauriert.
Die stark beschädigte Statue wird in Berlin restauriert und wiederhergestellt. Unter anderem fehlen vorne zwei Beine und hinten eins. Voraussichtlich 2023 wird die Statue fertig. © privat

Seit knapp 15 Jahren steht die Bronzeplastik in Form eines Hirsches nicht mehr im Krumker Schlosspark in unmittelbarer Nähe des Krumker Schlosses. Ein Zufall führte dazu, dass nun Bewegung in die Sache gekommen ist und der Hirsch wissenschaftlich untersucht und restauriert wird

Krumke – Seit 2016 gibt es den Verein Ipse excitare, der in dem gleichnamigen Ortsteil Gardelegens beheimatet ist und bei dem es sich um einen Kulturverein handelt. „Wir waren vor zwei Jahren im Kavaliershauscafé und da fiel uns auf, dass der Hirsch ja schon länger nicht mehr vor dem Schloss steht“, erzählt Tilo Mottschall, Vorsitzender des Vereins. Man habe dann die beiden Besitzer kontaktiert, die das Schloss inzwischen verkauft haben und überlegt, wie man das Vorhaben finanzieren könne. Dabei kam heraus, dass es 40 000 Euro kosten würde, den Hirsch professionell wieder herzurichten. So kam schließlich der Kontakt zur Hochschule für Technik und Wirtschaft zustande, wo der Hirsch nun begutachtet und restauriert wird.

„Bei unseren Untersuchungen ist herausgekommen, dass die Art, in der das Kunstwerk gefertigt ist, heute so nicht mehr gemacht wird“, erzählt Diplom-Restaurator Dietmar Linke, unter dessen Leitung und Planung die Untersuchungen an der Universität in Berlin stattfinden. Konkret handelt es sich um ein sogenanntes Sandgussverfahren, mit dem die Bronzeplastik gefertigt wurde.

„Eigentlich wollten wir mit den Arbeiten im kommenden Jahr fertig werden, aber da kaum Präsenzunterricht stattfinden konnte, wird der Hirsch voraussichtlich 2023 wieder auf seinem Sockel vor dem Schloss stehen“, so Linke gegenüber der AZ. Im Rahmen eines „Zwischenberichts“, der der AZ vorliegt, wird der aktuelle Stand der Arbeiten genauer dargelegt.

Demnach erfolgten bis September 2020 „die Öffnung des Korpus und erste Vorbereitungen für die naturwissenschaftlichen Untersuchungen“. Weiter heißt es: „Als erste Maßnahme erfolgte die Öffnung des verlöteten, runden Bronzeteils im Bauchbereich. Diese Öffnung war offensichtlich zu einem früheren, nicht ermittelbaren Zeitpunkt für Restaurierungsarbeiten in den Korpus geschnitten worden.“

Damit die Statue wieder im Krumker Schlosspark aufgestellt werden kann, ist es nun notwendig, die beiden fehlenden Vorderläufe und den abgebrochenen rechten Hinterlauf der Skulptur nachzubilden. Bislang erfolgt sind die Öffnung des Korpus durch eine dafür vorgesehene Eingriffsstelle im Bauchbereich sowie die Beräumung der losen Kernreste im Innenbereich.

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