Überplanmäßige Ausgabe schmeckt nicht allen Stadträten

Containerküche in Osterburg soll Kindern munden

Kommunalpolitiker aus Seehausen besichtigen Flessauer Grundschule
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Im Juni dieses Jahres besichtigten Mitglieder des Sozialausschusses der Verbandsgemeinde Seehausen die umfangreich modernisierte Grundschule in Flessau. Nun fehlt auf dem Gelände nur noch die Containerküche.
  • Thomas Westermann
    VonThomas Westermann
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Osterburg. Die Grundschule in der Osterburger Ortschaft Flessau, die auch von Kindern in den Dörfern der Gemeinde Altmärkische Höhe in der Verbandsgemeinde Seehausen besucht wird, hat in den vergangenen Jahren eine umfangreiche Modernisierung erfahren. Jetzt fehlt nur noch eine Containerküche, doch die Kosten dafür schnellen extrem in die Höhe. Der Osterburger Stadtrat musste dafür eine überplanmäßige Ausgabe beschließen und tat dies auch mehrheitlich. Allerdings konnten damit nicht alle Kommunalpolitiker des Gremiums mitgehen.

Das Bauvorhaben wird immer teurer. Der Planansatz zum Bau der Schulküche enthielt im Haushaltsplan 2020 Gesamtkosten von 525 000 Euro, der aufgrund von neuen Kostenschätzungen bereits auf 613 000 Euro erhöht wurde. Nach aktueller Ausschreibung und Prognosen von zu erwartenden Preissteigerungen erhöht sich dieser Betrag um weitere 139 000 Euro. Der Gesamtbedarf beläuft sich somit auf 752 000 Euro. Die Deckung der Mehrkosten soll aus bereits veranschlagten Verpflichtungsermächtigungen für 2022 erfolgen. Eigentlich sollte für die 139 000 Euro der Anbau einer Fahrzeughalle in Meseberg realisiert werden. Laut Beschlusstext sind mit dem Haushalt 2022 für das Haushaltsjahr 2023 die Deckungsmittel für die Halle in Meseberg in Höhe von 139 000 Euro einzuplanen und als Verpflichtungsermächtigung aufzunehmen.

Ratsherr Steffen Seifert hat mit der Höhe der Summe für den Containerküchenbau Probleme. „750 000 Euro ist schon eine Stange Geld.“ Ähnlich sieht es Sandra Matzat. „Wir wissen nicht, ob wir bei 750 000 Euro bleiben. Es könnte noch teurer werden. Und ob der Schulstandort Flessau überhaupt bestehen bleibt, steht in den Sternen“, orakelt die Dobbrunerin. Jürgen Emanuel positioniert sich klar für die Umsetzung des Vorhabens. „Lasst uns doch mal etwas zu Ende machen. Bei einigen Maßnahmen in der Vergangenheit war das nicht immer der Fall. Die Schule wurde aufwendig modernisiert, jetzt fehlt nur noch die Küche.“ Matthias Müller findet es gut, dass vor Ort für die Kinder gesundes Essen gekocht werden soll. Michael Handtke sieht mit dem Küchenbau ein Ziel: „Gutes Essen nachhaltig bereitzustellen. Seit sechs Jahren wird darüber diskutiert.“ Der Osterburger weiter: „Wir werden mit guten Projekten von Land und Bund allein gelassen, weil dafür kein Fördergeld fließt.“ Für Einheitsgemeindebürgermeister Nico Schulz ist der Küchenbau eine „moralische Pflichtaufgabe“. „Wir machen uns in den Augen der Eltern unglaubwürdig, wenn wir die Planungen nicht umsetzen.“ Er erinnerte auch an die dortige Beschulung von Kindern aus der Verbandsgemeinde Seehausen. Letztlich wurde die überplanmäßige Ausgabe mit einer Gegenstimme und zwei Enthaltungen mehrheitlich angenommen.

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