Schützen laden zum Silvester- und Preisschießen: AZ-Redakteurin greift zum Kleinkalibergewehr

„Das ist durchaus ausbaufähig“

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Wenn die Osterburger Schützen zum Bürgerschießen laden, dann nutzt Kathrin Schulz fast jede Gelegenheit und fährt zum Schießstand. Beim Silvesterschießen erreichte sie mit ihrer besten Scheibe insgesamt 36 Ringe, für einen Preis reichte es aber nicht.

Osterburg. Schon auf dem Weg zum Schießstand der Osterburger Schützen ist es zu hören: Lautes Knallen, manchmal einfach, manchmal gleich mehrfach. Die Nervosität steigt.

Eine Blamage sollen die ersten Versuche am Kleinkalibergewehr nicht werden, aber es juckt zu sehr in den Fingern, um noch einen Rückzieher zu machen. Der Schießstand am Fuchsbau ist zum Silvester- und Preisschießen gut besucht, wie ein Blick durch die Fensterreihen bereits beim Betreten des Vereinsgebäudes verraten.

Auf Einladung der Schützen dürfen an diesem Tag auch die Bürger ran und können sich in ihrer Treffsicherheit üben. Doch bevor es hinter die Glasscheiben geht, um auf die viel interessanteren Zielscheiben zu schießen, steht die Anmeldung an. Name, einige Daten und Unterschrift. Dann die Qual der Wahl und die Entscheidung, wie viele Reihen denn geschossen werden sollen. Lohnen muss es sich. Beim ersten Versuch kann ja schließlich auch der eine oder andere Schuss überhaupt nicht auf der Scheibe landen. Die sechste Reihe ist umsonst, also fällt die Wahl auf insgesamt 30 Kleinkaliber-Geschosse. Mit einem erstaunlichen Gewicht liegen sie geballt gut in der Hand, in Reih und Glied in einer speziellen Halterung. Ordnung muss sein.

Auf dem Schießstand selbst riecht es. Nicht unangenehm, aber es ist gleich zu erschnuppern, was dort passiert. Leichte Anspannung liegt in der Luft, Kontration und Ruhe sind gefragt, bis ein lauter Knall die aufgeladene Luft durchzuckt.

Detlef Koeppen, an diesem Tag als Schießleiter tätig, erklärt auch Anfängern geduldig, was zu tun ist. Das Kleinkaliber-Gewehr wird von oben geladen. Beim Silvesterschießen saßen die Bürger und die Schützen auf einem Stuhl, vor ihnen ein Tisch mit einer Möglichkeit, das Gewehr aufzulegen. Das brachte doch mehr Ruhe in die nervöse Hand. Kurz anvisieren und ab geht der Schuss. Eine Reihe wird erst beendet. Das Gewehr kann abgelegt werden. Ganz schön schwer liegt es in der Hand, macht aber eine gute Figur. Übrigens wird das Kleinkalibergewehr nicht auf die Seite gelegt. „Das gehört sich nicht“, ermahnt Koeppen mit einem Schmunzeln und richtet es.

Wenn die Teilnehmer aller Tische mit ihrer Reihe durch sind, darf auf Zeichen die Grünfläche des 50-Meter-Schießstandes betreten werden, damit die Scheiben ausgetauscht werden. Die letzte Reihe konnte sich sehen lassen. Drei Treffer in den Achter-Ring, insgesamt kamen mit fünf Schuss doch 36 Ringe zusammen. „Das ist durchaus ausbaufähig“, machte Koeppen Mut für eine Neuauflage beim nächsten Bürgerschießen, das aber erst am 8. März ist.

Von Berit Wagner

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