Radrennen: Sportlehrer Friedrich Neuling freut sich auch für seine Schüler auf die Premiere

„Dann kann es zur Sache gehen“

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Ähnlich wie hier bei einem Rennen in Hannover soll es auch in Osterburg zugehen. 

Osterburg. Nach knapp drei Jahrzehnten soll in diesem Jahr wieder ein Radrennen Sportler und Zuschauer in Osterburg begeistern. Ein Mann auf dem Rundkurs könnte Friedrich Neuling sein.

Immerhin fährt der heute 62-Jährige seit 25 Jahren täglich mindestens 40 Kilometer mit dem Rad. Immer wieder hat der Sportlehrer neue Ideen, die sich ums Zweirad drehen. Dazu gehört auch sein neues Lastenfahrrad einer niederländischen Marke. „Ich bin kein Mensch, der den Konsum mag. Aber dieses Gefährt habe ich mir mal geleistet. Es ist ein Opa-Enkel-Rad“, verrät Neuling im Gespräch mit der AZ sichtlich stolz.

Friedrich Neuling fährt täglich mindestens 40 Kilometer Rad – wenn er nicht gerade schwimmt.

Seine Schüler der 3. Klasse der Grundschule „Am Hain“ in Osterburg sind ebenfalls gespannt auf das Lastenrad. „Nicht nur meine Enkel dürfen mitfahren.“ Die Idee: „Wenn eines der Kinder Geburtstag hat und die Eltern zustimmen, hole ich meine Schüler mit dem Rad zur Schule ab.“ Die Mädchen und Jungen freuen sich darauf. Hoffentlich haben die Kinder in den wärmeren Monaten Geburtstag. Friedrich Neuling ist Wetter egal. Man habe über die Jahre gelernt, sich aus dem Weg zu gehen, personifiziert der Radsportler die Naturgegebenheiten.

Gelassen schaut Neuling der Großveranstaltung im September entgegen. Mit 62 Jahren muss er nicht mehr jeden Pokal gewinnen, sagt der begeisterte Triathlet und Grundschul-Sportlehrer. Obwohl zu merken ist, dass sein Ehrgeiz geweckt ist. Seine dritte Klasse ist sich schon jetzt bei einer Frage sicher: „So, was meint ihr, wer wird das Rennen der Erwachsenen gewinnen?“ Die Antwort: „Herr Neuling!“ Sicherlich werden jüngere Fahrer auf dem Rundkurs in Osterburg zeitlich besser abschneiden, sagt Neuling. Aber: „Ich fahre immer noch gern Strecken jenseits der 300 Kilometer. Und, wenn ich es wollte, würde ich die Jungen, die dann auf den 20 Kilometern gewonnen haben, einmal auf die Distanz einladen. Und dann kann es noch einmal zur Sache gehen.“

Diese Weiten bewältigt Neuling auch gern im Urlaub. Da er Flugangst habe und auch in den vergangenen 25 Jahren maximal 25 Tage in einem Auto verbracht hat, bieten sich Reisen durch Europa eben auf dem Drahtesel an. Neben alltäglichen Arbeitswegen bestreitet er auch gern die folgende Strecke: „Wenn in Stralsund eine Familienfeier anliegt und die geht um 14 Uhr los. Dann starte ich morgens um 5 und bin um 14 Uhr da.“

Neuling will in diesem Fall pünktlich sein und nie den Satz hören: „War klar, dass du nicht pünktlich bist“. Manchmal packt ihn dann der sportliche Ehrgeiz. Dann baut er schon einmal auch – „die Sportler unter Ihnen werden das wissen“ – einen Umweg ein. „Auf die Idee würde ein Autofahrer, der zur Arbeit will, wahrscheinlich nicht kommen.“

Für Bewegung und alle Arten des Sports – wer brennt dafür und weiß auch Schüler zu begeistern? Die Schüler wissen es genau: „Herr Neuling!“

Teil des Radrennens im September in Osterburg (die AZ berichtete) ist auch eine kleine Friedensfahrt. Die Osterburger Grundschüler freuen sich gemeinsam mit ihrem Lehrer auf die Teilnahme.

Von Alexander Klos

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