Osterburger Lebenshilfe in der Krise dennoch gut aufgestellt

„Corona hat uns überrannt“

Die Führungsspitze der Lebenshilfe (v.l.): Doraliese Möhlmann, Uwe Scherf, Sarah Maaß, Steffen Seifert und Ulrike Sennecke halten in der Krise zusammen.
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Die Führungsspitze der Lebenshilfe (v.l.): Doraliese Möhlmann, Uwe Scherf, Sarah Maaß, Steffen Seifert und Ulrike Sennecke halten in der Krise zusammen.

Osterburg – Die Osterburger Lebenshilfe hat wie viele andere Institutionen auch mächtig in der Corona-Zeit gelitten. Wie aus heiterem Himmel hat die Pandemie auf das Werkstattleben und in anderen Bereichen Auswirkungen gehabt.

Geschäftsführerin Sarah Maaß erinnert sich an die Tage im Frühjahr zurück.

„Corona hat uns überrannt und überrascht. Wir konnten nur noch reagieren. Aber wir haben eine gute Leitungsebene und einen guten Verein.“ Ab 18. März gab es ein Betretungsverbot für die Werkstätten. Einen Tag vorher haben die Mitarbeiter am Nachmittag davon erfahren. Für die behinderten Menschen war dies ein herber Schlag, da sie ihren Lebensmittelpunkt in der täglichen Arbeit sehen. Auch die Kommunikation untereinander brach zwangsläufig zusammen, weil alle nach Hause geschickt werden mussten. „Große Fragezeichen überall“, meint die Geschäftsführerin. Es seien immense Herausforderungen aus der Situation entstanden. Es gab auch Angst, dass Auftraggeber wegfallen könnten. Erfreulicherweise trat dies nicht ein, so Maaß.

Täglich wurden die Mitarbeiter mit neuen Informationen konfrontiert. „Es haben alle mitgezogen. Die Gruppenleiter haben die Produktion übernommen. Beschäftigte in den Kitas haben ebenfalls mitproduziert.“ Nach sechs bis acht Wochen Zwangspause konnten die Behinderten wieder arbeiten – unter strenger Einhaltung der Hygienevorgaben. So mussten beispielsweise Arbeitsräume abgetrennt werden. Das Zusammenrücken habe jedoch viel Positives bewirkt. Seit Mitte Juli konnten die rund 240 Beschäftigten wieder ihre Arbeit hundertprozentig hochfahren. Zudem wächst die Lebenshilfe weiter. In der ehemaligen BBA am Bültgraben entsteht zum 1. Januar des nächsten Jahres eine Einrichtung für verschiedene Bereiche, die die Hauptwerkstatt an der Düsedauer Straße entlasten soll.

Eigentlich wollte die Lebenshilfe ihr 30-jähriges Bestehen in diesem Jahr mit einem Mitmachzirkus feiern. Jedoch mache Corona einen Strich durch die Rechnung, bedauert Vorstandsvorsitzende Doraliese Möhlmann. Und auch der alle zwei Jahre stattfindende Adventsmarkt, der viele Menschen anzieht, fällt in diesem Jahr aus. Genau 116 Mitglieder hat gegenwärtig der Verein, keine geringe Zahl. Die Vorsitzende würde sich jedoch über weitere Mitstreiter freuen, die sich in der Organisation engagieren. VON THOMAS WESTERMANN

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