354 Stimmen mehr als Herausforderer Schulz entscheiden über Direktmandat

Schulenburg hauchdünn vorne

Chris Schulenburg erhält eine Torte, mit der ihm zum Gewinn des Direktmandats gratuliert wurde
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Chris Schulenburg freut sich über den erneuten Gewinn des Direktmandats im Wahlkreis Osterburg-Havelberg. Neben dem Wahlerfolg feierte er kürzlich auch seinen 41. Geburtstag.
  • Tobias Henke
    vonTobias Henke
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Das ohnehin schon knappe Ergebnis beim Rennen um das Direktmandat im Wahlkreis Havelberg-Osterburg spitzte sich in den letzten Stunden des Wahlabends noch weiter zu. Am Ende entschieden 5806 Stimmen für den Landtagsabgeordneten und CDU-Kreisvorsitzenden Chris Schulenburg gegenüber 5442 Stimmen, die Osterburgs Bürgermeister Nico Schulz (FW) auf sich vereinen konnte.

Schulenburg kam auf 26,66 Prozent, mit 25,03 Prozent folgte Schulz auf Platz zwei vor der überraschend starken Sandra Matzat (AfD) mit 21,09 Prozent und dem abgeschlagenen Landtagsvizepräsidenten Wulf Gallert (Die Linke) mit 11,39 Prozent.

Überwiegend zufrieden äußerten sich Schulenburg, Schulz und Matzat zur Wahl. „Unser oberstes politisches Ziel im Landkreis Stendal war es, alle drei Wahlkreise wieder direkt zu gewinnen. Das haben wir erreicht und das gibt auch Rückenwind für die Bundestagswahl“, glaubt Schulenburg mit Blick auf das sehr starke Ergebnis der Christdemokraten bei Erst- und Zweitstimmen, das auch seine eigene Zukunft als Parlamentarier absichert. Ein Verlust des Direktmandates hätte unter Umständen zum vorläufigen Ende seiner Karriere im Magdeburger Landtag geführt, da die Union alle Direktmandate gewonnen hat und Platz elf auf der Landesliste unter Umständen trotz des herausragenden Ergebnisses nicht zwingend ausgereicht hätte, um erneut in den Landtag einzuziehen. Dass es schwerer werden würde, als bei der vergangenen Wahl habe er vorher gewusst, schließlich wären dieses Mal mehr Parteien und Kandidaten angetreten.

Nico Schulz freut und ärgert sich gleichzeitig ein wenig über das Ergebnis. „Mit 25 Prozent Erststimmen habe ich nicht gerechnet. Dass am Ende so wenig zum Einzug in den Landtag gefehlt hat, ärgert mich natürlich.“ Dass es für die Freien Wähler nicht zum Einzug in den Landtag in Magdeburg gereicht hat, liegt laut Schulz auch an den Umständen der Wahl und der möglichen Sorge vieler vor einem Wahlsieg der AfD. „Die Kampagne der CDU, dass jede Stimme für sie einen Sieg der AfD verhindert, hat funktioniert. Es haben ja auch andere Parteien nicht so abgeschnitten wie vor der Wahl prognostiziert. Schauen Sie sich das Ergebnis der SPD oder der Grünen an“. Bei den Zweitstimmen erreichten die Freien Wähler im Wahlkreis Havelberg-Osterburg 14,78 Prozent und damit fast fünfmal so viel wie im gesamten Land. „Ich glaube, dass das gar nicht so schlecht ist, dass Herr Schulz nun Bürgermeister hier in Osterburg bleibt“, meint Sandra Matzat. Die AfD-Direktkandidatin zeigt sich zufrieden mit dem Ergebnis ihrer Partei und auch ihrem persönlichen Abschneiden. „Mehr geht natürlich immer“, meint die Osterburger Stadträtin dann aber noch einschränkend mit Blick auf das Ergebnis 2016, als die AfD 24,2 Prozent im Wahlkreis Havelberg-Osterburg holte und somit einige Stimmen verlor.

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