CDU: „Schulküche Flessau soll so erhalten bleiben“

Auf Stippvisite in der Flessauer Grundschule: Die Osterburger CDU-Stadtratsfraktion sah sich gestern in der Einrichtung um. Im Mittelpunkt stand das Thema Schulküche.

Flessau - Von Matthias Mittank. Ein riesiges Loch klafft im Verwaltungshaushalt der Hansestadt Osterburg. Um das Defizit auszugleichen, müssen dringend Einsparungen gefunden werden. Für die heutige Stadtratssitzung in Osterburg wird die FDP-Stadtratsfraktion deshalb beantragen, die Schulküche Flessau – diese weißt ein Defizit von 15 000 Euro auf – in diesem Jahr letztmalig zu bezuschussen. Gegen diesen Antrag wird die CDU-Fraktion stimmen, die sich gestern in der Flessauer Grundschule zusammen mit dem Schulleiter umsah.

Die Flessauer Grundschule ist gut aufgestellt. Rund 140 Schüler aus insgesamt 21 Ortschaften besuchen derzeit die am Ortsrand gelegene Einrichtung. „Wir sind die größte ländliche Grundschule im Landkreis Stendal und können auch in den nächsten Jahren mit stabilen Schülerzahlen rechnen“, erklärt Schulleiter Olaf Jaensch. Von den Klassenräumen über Fachräume bis hin zu einem Entspannungsraum seien alle Räume der Schule ausgelastet, betonte Jaensch.

Eine ähnlich gute Auslastung kann auch die Schulküche aufweisen. Immerhin 110 der rund 140 Grundschüler nutzen die Möglichkeit der schuleigenen Verpflegung. Mehr als 32 000 Portionen Essen werden jährlich von drei Köchinnen zubereitet. 20 000 Essen gehen an die Grundschule, rund 12 000 an die integrative Kindertagesstätte. Weitere 600 Portionen werden an Erwachsene ausgegeben. Bei einem Preis von zwei Euro pro Essen für die Grundschüler – die Kita zahlt 1,80 Euro, Erwachsene 2,60 Euro – stehen rund 64 800 Euro an Einnahmen zu Buche. Die Ausgaben, die sich auch aus Personal-, Unterhaltungs- und Energiekosten zusammensetzen, belaufen sich dagegen auf 79 800 Euro. Es bleibt ein Defizit von 15 000 Euro.

Die täglich rund 160 bis 170 Portionen Essen werden allerdings auch frisch und ohne Zusatzstoffe sowie Geschmacksverstärker zubereitet, wie Köchin Anneliese Krüger bestätigte. Auch Schulleiter Olaf Jaensch bindet die Schulküche hoch an. „Dass wir unser Essen selbst herstellen, ist ein Alleinstellungsmerkmal und somit ein wichtiges Standbein für den Schulstandort“, so Jaensch. Denn in den meisten Fällen werden Schulküchen mit Essen von Zulieferern versorgt.

„An dieser funktionierenden Schulküche etwas verändern zu wollen, wäre ein falsches Signal“, erklärte Stadtratsvorsitzender Nico Schulz während des Besuchs der Grundschule. Auch die übrigen CDU-Stadtratsmitglieder stimmten dem zu. Während der heutigen Stadtratssitzung wird die Fraktion wohl geschlossen gegen den FDP-Antrag stimmen, der ein Ende der Subventionierung der Schulküche vorsieht.

Auf Nachfrage der AZ betonte FDP-Fraktionsvorsitzender Mathias Fritze, dass seine Fraktion keinesfalls an eine Schließung der Schulküche denke. „Wir stellen mit dem Antrag die Subventionierung des Schulessens in Flessau in Frage. Ziel muss es unserer Meinung nach sein, die Versorgung kostendeckend zu organisieren. Inwiefern dies über höhere Preise, strengere Kostenkontrolle oder Auslagerung der Leistung möglich ist, vermögen wir nicht zu beurteilen“, so Fritze. Tatsache sei jedoch, dass andere Träger ohne Subventionen auskommen und der Betrieb einer Schulküche nicht zu den Pflichtaufgaben der Hansestadt Osterburg gehöre, so der Fraktionsvorsitzende weiter. Immerhin entspreche das Defizit von 15 000 Euro rund 23 Prozent des geplanten Umsatzes. Die Verwaltung solle alternative Konzepte prüfen und umsetzen, heißt es in dem FDP-Antrag.

Das letzte Wort werden am heutigen Donnerstag die Mitglieder des Osterburger Stadtrates haben. Die Sitzung beginnt um 19 Uhr im Saal der Stadtverwaltung an der Ernst-Thälmann-Straße 10.

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