ABC-Zug des Landkreises trainiert lebensecht in Osterburg / Ausbildungsleiter: Gefahr durch radioaktive Stoffe durchaus gegeben

Cäsium ganz nah: Feuerwehr misst für den Ernstfall

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Feuerwehrleute stecken in spezieller Kleidung und setzen sich die Atemmaske auf.

tz Osterburg. „Viele Unternehmen setzen radioaktive Stoffe ein, zum Beispiel zur Materialprüfung, zu Forschungszwecken. Aber vor allem für die Medizin, etwa als Kontrastmittel, werden sehr oft Strahlungsquellen über die Straßen transportiert.“

Die Gefahr durch Strahlung sei auch im Landkreis Stendal nicht zu vernachlässigen. Feuerwehrleute aus Osterburg, Stendal, Sandau und Kalbe als Gäste absolvierten in der Biesestadt eine Ausbildung und übten nicht zuletzt den Einsatz von Technik. Vier Meter lang lasse sich die Messsonde ausfahren, um für Einsatzkräfte den größtmöglichen Schutz zu ermöglichen. „In so einer Entfernung beträgt die Belastung nur noch ein Sechzehntel von jener an der Strahlenquelle“, sagt Abschnittsleiter Armin Vinzelberg, der mit Osterburgs Stadtwehrleiter Sven Engel den Hut aufhatte.

Passiert sei im Landkreis Stendal bislang noch nichts, was für den verantwortungsbewussten Umgang der Beteiligten mit diesen gefährlichen Stoffen spreche. Und dennoch müssten die Feuerwehren natürlich gerüstet sein, betont Engel. Kameraden schlüpften an diesem Tag in spezielle Anzüge und untersuchten die präparierten Stellen. Ihre Aufgaben: kontaminierten Punkt finden, Bereich absperren und die Gefahr für alle so gering wie möglich halten, bis die Experten mit der nötigen Technik zur Beseitigung anrücken.

Der Ausbildungstag war in drei Abschnitten gegliedert: Auffrischung des Grundlagenwissens, Stationsbetrieb mit mehreren Messgeräten, beides in Osterburgs Gerätehaus, und schließlich eine Abschlussübung im Zellstoffwerk bei Arneburg. Es strahlte nicht nur die Sonne, auch Cäsium 137. In vier Meter Abstand von einem Feuerwehrmann kam eine gefahrlose, aber messbare Dosis an. Die Strahlenschutzausbildung des ABC-Zuges „Messen“ im Fachdienst des Katastrophenschutzzuges des Landkreises Stendal sollte so realitätsnah wie möglich sein. Die Ausbildung maßgeblich unterstützt hat Gabor Mueller, Fachlehrer der Landesfeuerwehrschule in Heyrothsberge.

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