Flächennutzungsplan wird erarbeitet / Gedanken einbringen

Bürger frühzeitig beteiligen

Im vorgelegten Flächennutzungsplan sind die 32 Hektar für die Photovoltaikanlage deutlich eingezeichnet. Im Beschlusstext standen sie auch. Beschlossen wurde allerdings vorerst noch nichts. Repro: J. Gerber

Werben. Ein neuer Flächennutzungsplan wird derzeit in der Verbandsgemeinde Arneburg-Goldbeck beraten. Wie bereits berichtet hatten der Verbandsgemeinderat und auch die Stadt Werben dieses Thema schon einmal auf der Tagesordnung.

Bei beiden Sitzungen gab es in der Einwohnerfragestunde Einwände von Bürgern, warum dieser Plan der Öffentlichkeit bisher nicht vorgestellt wurde. Kritisiert wurde auch die Ankündigung auf der Tagesordnung, wo mit Abkürzungen gearbeitet wurde, die nicht jeden Einwohner bekannt sein dürften.

Beratung und Beschluss zur Aufstellung eines solchen Planes hieß es auf der Tagesordnung der jüngsten Werbener Stadtratssitzung. Klaus Kirstein nutzte die Einwohnerfragestunde seine Bedenken einzubringen wonach eine sehr große Fläche für eine Fotovoltaikanlage vorgesehen sei. „Da das geplante Sondergebiet 1 Erholung westlich vom Ortskern Werben seit 17 Jahren nicht realisiert wurde, wird dies nun als Sondergebiet für Photovoltaik ausgewiesen“, hieß es in der Beschlussvorlage. Kirstein dazu: Die Häuser vor dem Seehäuser Tor würden alle an Wert sinken, wenn zwischen Stadtgebiet und Badeanstalt dies Photovoltaikanlage entstehen würde. „Zufällig“ sind dann auch noch die Planer der Flächennutzungsplanes die Investoren, die besagte Photovoltaikanklage errichten möchten.

Michael Schnelle (CDU) sprach von einer Frechheit, in der vorausgegangenen Sitzung sei beschlossen worden darüber erst einmal zu reden und dann zu beschließen. Nun stand die Ausweisung bereits in der Vorlage. Johann-Friedrich Schorlemmer (SPD) mahnte gar, dass eine Photovoltaikanlage im Wiederspruch zum Landesentwicklungsgesetz stehen würde. Demnach sollten versiegelte Flächen genutzt werden. In Werben seien es 32 Hektar landwirtschaftliche Nutzfläche.

Der anwesende Projektentwickler, Thomas Kuhlmann, sprach von einer Panne. Die Photovoltaik sollte nicht im Plan stehen. Er sprach auch von einem Vorentwurf, der erst einmal beschlossen und dann ausgelegt werden sollte. Die Träger öffentlicher Belange würden dann angeschrieben ihre Bedenken einzubringen. Ende des Jahres sollte alles zusammen sein, dann könne weiter entwickelt werden. Erweiterungen oder Änderungen seien dann immer noch möglich. Ort für Ort sprachen die Räte über den Plan. Jeder soll sich nun Gedanken machen, was noch eingearbeitet werden soll. Einen Beschluss gab es bisher nicht (AZ berichtete).

Von Jörg Gerber

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