Standesbeamtin sieht trotz Minus keine Heiratsmuffel / Bereits 22 Anmeldungen für dieses Jahr

Brautpaare lieben den 18. August

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Die Ehe scheint längst noch nicht aus der Mode.

Osterburg. Auch Ilona Schulze selbst ist gespannt. Dieses Mal dürfte der 18.  8.  2018 bei Hochzeitspaaren besonders gefragt sein, zumal er auf einen Sonnabend fällt. Zwei Anmeldungen für das herausragende Datum liegen bereits vor.

Ein Hochzeitspaar kunstvoll auf einer Torte. 

Die Osterburger Standesbeamtin rechnet mit weiteren. Die Zahlenkombination zeichnet sich durch dreimal die Acht aus und hat neben anderen einen ganz eindeutigen Vorteil: Sie lässt sich leicht merken, den Hochzeitstag in den Jahren danach zu vergessen, dürfte da sowohl Mann als auch Frau schwerfallen. Für den 1.  8.  2018 und den 8.  8.  2018, ähnlich reizvoll, gebe es noch keine Anfragen, vermutlich nur, weil beide auf einen Mittwoch fallen.

Der Monat August gehört immer wieder Mal zu den Favoriten. Bisher konnte die Standesbeamtin für 2018 insgesamt 22 Anmeldungen notieren, davon jeweils sechs für August und Mai. Im vergangenen Jahr ließen sich die meisten Paare im Juni und Juli trauen, 2016 im Juli und August. 2017 drehte sich kalendergemäß vieles um die Sieben. Besonders beliebt gewesen seien der 1. 7., der 7. 7. und der 17. 7. Im vergangenen Jahr heirateten insgesamt 42 Paare, 2016 waren es noch 58. Schulze bewertet diesen Unterschied nicht über: „Es kann in der Zukunft schon wieder ganz anders aussehen.“ Des Weiteren wurden 2017 zwei Lebenspartnerschaften in der Einheitsgemeinde begründet, bei denen es sich jeweils um zwei männliche Partner handelte. Seit dem 1. Oktober vergangenen Jahres ist die Ehe für alle möglich, was bedeutet, dass auch gleichgeschlechtliche Lebenspartner die Möglichkeit haben, den klassischen Bund fürs Leben zu schließen. „Von dieser Möglichkeit hat noch im alten Jahr ein Paar Gebrauch gemacht. Genau am fünften Jahrestag der Begründung ihrer Lebenspartnerschaft haben zwei Damen aus Osterburg hier im Standesamt noch einmal Ja zueinander gesagt“, berichtet die städtische Mitarbeiterin der AZ. Auf Wunsch der beiden wurde sogar dieselbe Uhrzeit wie damals 2012 vereinbart. Für das neue Jahr liegen noch keine Anmeldungen von gleichgeschlechtlichen Partnern vor.

Ein Blick in die Geschichte: „Vor der politischen Wende 1990 gab es in Osterburg bedeutend mehr Eheschließungen, wobei man jedoch die Einzugsbereiche der Standesämter nicht vergessen darf, denn früher gab es weniger Standesämter.“ Seit Umbruch und deutscher Einheit sei die Zahl der Eheschließungen, abgesehen von leichten Schwankungen, weitgehend im gleichen Rahmen geblieben, schätzt die Standesbeamtin ein.

Der Großteil der Paare heiratet nach wie vor im Rathaus der Biesestadt. Das Krumker Schloss, was sich in privater Hand befindet, hat auch weiterhin seine Freunde. So wollen sich in diesem Jahr von den bislang 22 angemeldeten Paaren sieben im Osterburger Ortsteil das Ja-Wort geben. Das Schloss Calberwisch hat sich nicht als zweite Außenstelle des Standesamtes etablieren können und befindet sich längst nicht mehr auf der Liste.

Das Gotteshaus in Orpensdorf soll zur Hochzeitskirche avancieren.

Das Rokoko-Gotteshaus in Orpensdorf soll sich zu einer Hochzeitskirche mausern und bald zur zweiten Außenstelle werden. Alle Paare, egal, ob christlich oder nicht, könnten in der farblich und baulich auffälligen Kirche heiraten. Doch zunächst rücken Handwerker an, das Gebäude soll nach einigem Hin und Her dieses Jahr über das Leader-Förderprogramm saniert werden (AZ berichtete). Inwieweit der Sakralbau im Gladigauer Ortsteil tatsächlich zur Hochzeitskirche avancieren kann, bleibt abzuwarten. Für Standesbeamtin Schulze steht es eh noch nicht konkret auf der Tagesordnung.

Von Marco Hertzfeld

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