Asylbewerber müssen nicht mehr nur in Stendal wohnen / Vize-Landrat weiß auch um Vorbehalte

Biesestadt öffnet Flüchtlingen Tür

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Die GU in Stendal kann und soll nicht alle Flüchtlinge aufnehmen. Osterburgs Bürgermeister Nico Schulz hat bei verschiedensten Gelegenheiten betont, dass die Einheitsgemeinde diesen Menschen offenstehe. Ob die Einladung fruchtet, bleibt abzuwarten.

Osterburg. Das Landratsamt öffnet den gesamten Landkreis für Asylbewerber. Flüchtlinge soll es letztendlich freigestellt sein, wo sie im Rahmen der Möglichkeiten wohnen. „Wir hatten Angebote von Kommunen, Menschen aufzunehmen.

Osterburgs Bürgermeister und die Wohnungsgesellschaft dort waren mit die Ersten“, weiß Vize-Landrat Sebastian Stoll (CDU). Offerten gab es unter anderem auch für Tangerhütte und Uchtspringe. Ob die Kreisverwaltung eines der Angebote annimmt und Wohnungen anmietet, hängt auch von den Asylbewerbern selbst ab. „Wir haben intern diskutiert und wollen den Weg zumindest freimachen. “ Allein für den Landkreis wird in diesem Jahr mit annähernd 1000 zusätzlichen Flüchtlingen gerechnet.

Stoll weiß um die Vorbehalte in Teilen der Bevölkerung. Nicht jeder Altmärker kann mit dem Begriff „Willkommenskultur“ etwas anfangen. Und so wundert sich der Vize-Landrat auch nicht, wenn sich hin und wieder ein Kommunalpolitiker außerhalb Stendals mit einem seltsamen Unterton nach den Plänen des Landkreises erkundigt. „Es gibt Ressentiments, sicherlich, doch nicht in dem Maße, dass ich mir Sorgen mache. Es muss eben alles wachsen.“ Mitunter scheint es mehr Gerüchte als Asylbewerber zu geben. Wo dieser Tage ein Haus saniert wird, heißt es schnell, dass dort Flüchtlinge einziehen würden. Aktuell leben 542 Asylbewerber in der Ostaltmark und quasi ausschließlich in der Kreisstadt.

Die Gemeinschaftsunterkunft (GU) am Möringer Weg in Stendal ist und bleibt Kern der landkreislichen Aufnahmepolitik. Die DDR-Plattenbauten bieten 400 Menschen Platz. Auch nach Ende des Umbaus im März für 370 000 Euro werden dort bei Weitem nicht alle Flüchtlinge leben können und wollen. Container wie in einigen Großstädten soll es für Flüchtlinge in der Ostaltmark nicht geben. Wer sich an bestimmte Spielregeln hält, kann einen Antrag stellen und in eine Wohnung außerhalb der GU ziehen. [...]

Von Marco Hertzfeld

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