Nach der Rückkehr dreier Osterburger aus Meitar gibt es noch keinen „Masterplan“ für eine Partnerschaft

Biesestadt lädt sich das moderne Israel ein

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Für irgendwelche großartigen Andenken blieb kaum Zeit. Bei einer Pressekonferenz einen Tag nach der Rückkehr zeigt Ute Pahl ein Mitbringsel aus Israel. Andreas Schulz (l.) und Nico Schulz freuen sich wie sie auf den weiteren Ausbau der Kontakte.

Osterburg. Nach dem Besuch von Osterburgern in der möglichen Partnerstadt Meitar will Nico Schulz eine Gegeneinladung aussprechen und Israelis die Biesestadt näherbringen.

Der Bürgermeister sucht noch nach einem passenden Ereignis, vielleicht gelinge es ja schon zu den Literaturtagen. „Aus den freundschaftlichen Kontakten soll mehr werden. Ob es letztendlich eine Städtepartnerschaft wird, müssen wir abwarten. “ Einen „Masterplan“ für die nächsten Monate und Jahre gebe es nicht. Zumal Ute Pahl, Andreas Schulz und Dr. Ringhard Friedrich erst einmal ihre Eindrücke verarbeiten müssten. Leider sei für Meitar nur ein halber Tag im Zeitplan übrig geblieben. Bürgermeister Schulz selbst war nicht Teil der Landesdelegation, die auch andere Orte im Nahen Osten besucht hat (AZ berichtete). Er hatte Tage zuvor Bildungsreisende, gefördert von der Bundeszentrale für politische Bildung, in Israel begleitet.

„Jung, weltoffen und durchaus deutschlandfreundlich“ – auf diesen Nenner bringen Stadtratsmitglied Ute Pahl und Andreas Schulz, Vize-Leiter des Gymnasiums, ihre Eindrücke.

Vom Konflikt mit den Palästinensern sei zumindest an diesen sechs Tagen nichts zu spüren gewesen. Gerade mit dem „modernen Israel“, das beide in diesem Maße gar nicht erwartet hätten, lohne ein Austausch. Pahl will ihre Erlebnisse vor Senioren der Volkssolidarität schildern, Schulz vor Schülern, Eltern und Kollegen.

In Meitar, gut eine Autostunde vom Gazastreifen (palästinensisches Autonomiegebiet) entfernt, befindet sich eine Highschool mit derzeit 500 Schülern im weiteren Aufbau. Eine schulische Zusammenarbeit könnte tragende Säule engerer Beziehungen werden. Und vielleicht sei ja auch mit Tira, einem fast ausschließlich von muslimischen Arabern bewohnten Ort in Israel und bereits Partnerstadt von Burg, ein Austausch möglich, zumindest im dann eher kleinen Rahmen.

Bürgermeister Schulz möchte nun ausloten, „wie groß und dauerhaft“ das Interesse Osterburger Bürger an einer engeren Verbindung mit Meitar ist.

Von Marco Hertzfeld

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