Dr. Aptekar übernimmt Praxis und bewahrt Patienten so vor weiten Fahrten

Biesestadt behält Biss: Kieferorthopädin reist an

Modell, Klammer, Feinarbeit: Dr. Christiane Aptekar (l.), Zahnärztin für Kieferorthopädie, und Annika Bock, zahnmedizinische Fachangestellte, schauen Technikerin Bianca Becker über die Schulter.

Osterburg. „Na, die Klammer sitzt doch richtig gut. “ Dr. Christiane Aptekar schaut noch einmal auf die Zähne eines ihrer ersten Patienten in Osterburg. Die Berlinerin führt seit Monatsbeginn das Zepter in der Praxis, Dr. Rolf-Rainer Buth ist in den Ruhestand gegangen.

Dass überhaupt ein Nachfolger gefunden wurde, sei keine Selbstverständlichkeit. „Der Mangel an Ärzten bestimmter Fachrichtungen gerade im ländlichen Raum ist ein leidiges Thema. “ Um Fehlstellungen im Mund richten zu lassen, hätten die Patienten künftig beinahe weiter fahren müssen. In Osterburg gibt es zwar Zahnärzte, die kleinere Sachen mit erledigen können, einer der nächsten vollwertigen Kieferorthopäden praktiziert aber erst wieder in Stendal.

„Berlin ist völlig überlaufen. Ich habe etwas Passendes gesucht und Osterburg gefunden.“ Ein Eintrag im Internet habe ihr sozusagen den Weg in die Region gewiesen. Dr. Aptekar ist ehrlich, von der Altmark hat sie vorher nicht wirklich etwas gewusst. „Ich bin nun aber bereits schlauer und weiß, dass Osterburg eine Hansestadt ist. Bislang glaubte ich, dass Hansestädte ausschließlich am Meer liegen.“ Die Biese ist zwar nicht das Meer, aber vom Biesebad hat sie bereits gehört und will es sich zumindest einmal anschauen.

Eine Kieferorthopädin wie sie habe ausschließlich mit Zahnspangen zu tun. Wörter wie Zahnfehlstellung und Platzmangel nimmt sie häufig in den Mund. Es sind vor allem Kinder und Jugendliche, die ihre Hilfe benötigen. Es kommen aber auch immer wieder einmal Erwachsene, die sich nun doch noch die Zähne möglichst ansehnlich richten lassen wollen. Die Zahnspange an sich habe eine gewisse Entwicklung genommen und verbreite längst nicht mehr den Schrecken wie vielleicht noch vor einigen Jahrzehnten.

Den Namen Aptekar verdankt die Zahnärztin ukrainischen Vorfahren, den Doktortitel einer akademischen Arbeit. „Ich komme den Menschen nah, schaue ihnen in den Mund. Da ist Vertrauen wichtig.“ Die gebürtige Rheinländerin will in Osterburg arbeiten und in Berlin wohnen bleiben. „Ich steige am Südkreuz in den Zug, eile in Wittenberge zur roten Regionalbahn, fahre drei Stationen und bin da. Was will man mehr?“ Eine lupenreine Pendlerin sei sie allerdings nicht, wolle sie doch so oft wie möglich mehrere Tage am Stück in der Biesestadt bleiben.

„Die Altmark gehört nun auch zu mir und ich zur ihr.“ Dr. Aptekar will in ihrer Freizeit die Gegend erkunden, am liebsten mit dem Fahrrad. „Die Fachwerkhäuser in Osterburg sind mir längst aufgefallen. Die Elbe ist nah und hat noch einmal ihren ganz eigenen Reiz.“ Dass sich die Kieferorthopädin nach der Übernahme der Praxis an der Breiten Straße möglichst lange in Osterburg wohlfühlen möge, wünschen sich auch Annika Bock, zahnmedizinische Fachangestellte, Technikerin Bianca Becker und Reinigungskraft Jutta Mehl.

Von Marco Hertzfeld

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