Sanierung: Tierwelt im Auge behalten

Bezugsfertig für Familie Mauersegler

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Oben, noch über den Köpfen der Mieter, können nun auch gleich drei Mauersegler-Familien neue Quartiere beziehen. Von unten sind die Nistkästen (kleines Bild) kaum wahrzunehmen.

Osterburg. Die biesestädtische Wohnungsgenossenschaft hat während ihrer diesjährigen umfangreichen Sanierungsarbeiten an den Wohnblöcken an der Karl-Marx-Straße nicht nur die Senioren mit altengerechten Wohnungen bedacht.

Nein, auch die Tierwelt sollte von dem Projekt, das mit circa 550 000 Euro zu Buche schlug, profitieren. Denn an der Giebelwand des Wohnblockes in der Karl-Marx-Straße 34 können neuerdings auch gleich drei Mauersegler-Familien einziehen. Wolfhard Schulz, Vorstandsmitglied des Genossenschaft, und seine Kollegen nahmen damals während der Planung einen Hinweis mit auf. „Anwohner hatten uns auf die Vögel aufmerksam gemacht“, berichtet er im Gespräch mit der AZ.

In luftiger Höhe, noch ein Stück höher als die Mietwohnung im obersten Stockwerk, können sich nun künftig Mauersegler ein gemütliches Nest herrichten. Ein genauer Blick ist schon notwendig, um die drei Nistkästen zu entdecken. Sie passen sich farblich der neuen Fassade an und sind auch in eben dieser integriert. Zu sehen sind lediglich drei Löcher, quasi die Haustüren zu den Kästen, und eine leichte rechteckige Ausprägung im Fassadenputz.

Wer nun dort oben demnächst meint, eine Schwalbe zu sehen, die sich einfach dort auf für sie untypische Art und Weise einnisten möchte, sollte nochmal hinschauen. Denn der Mauersegler sieht der Schwalbe sehr ähnlich. Verwandschaftsverhältnisse sind allerdings ausgeschlossen. Der Vogel ist ein Langstreckenzieher. Er hält sich von Anfang Mai bis Anfang August zur Brutzeit in Mitteleuropa auf. Seine Winterquartiere liegen in Afrika, vor allem südlich des Äquators. Sie sind an ein Leben in der Luft angepasst. Außerhalb der Brutzeit halten sie sich über mehrere Monate in der Luft auf. Im Hochsommer sind die Vögel im Luftraum über den Städten mit ihren schrillen Rufen sehr auffällig. Bei ihren Flugmanövern können sie im Sturzflug Geschwindigkeiten von mehr als 200 Stundenkilometern erreichen.

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