Nutzung der Gemeinschaftshäuser: Kameraden fühlen sich verschaukelt

Beschlüsse außer Kraft

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Insgesamt neun Ehrungen gab es während der Jahreshauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehr in Bretsch.

Bretsch. Es ist in Bretsch schon Tradition, dass die Jahresversammlung der Feuerwehr gemeinsam mit dem Förderverein der Wehr durchgeführt wird.

Bevor am Freitagabend der Wehrleiter Armin Vinzelberg das Wort ergriff, erhoben sich alle Frauen und Männer von ihren Plätzen, um des verstorbenen Kameraden Alwin Vinzelberg zu gedenken.

„Seit dem 1. 1. 2010 untersteht unsere Wehr einem neuen Dienstherren, der Verbandsgemeinde Seehausen. Die Hoffnung auf eine gestraffte Struktur als auch darauf, dass man finanzielle Mittel sparen kann, hat sich nur zum Teil erfüllt. Ob wirklich alles besser geworden ist, das sei dahin gestellt“, so einleitend der Wehrleiter. An vielen Beispielen versuchte er diese Worte zu bekräftigen. Bei der Personalentwicklung konnte auf 40 aktive Kameradinnen und Kameraden verwiesen werden, von denen aber sehr viele nur am Wochenende im Ernstfall zur Verfügung stehen. Brandeinsätze gab es keine zu verzeichnen. Bei einer Übung der Feuerwehrbereitschaft am 2. April waren die Bretscher in Gollensdorf vertreten, und Hilfeleistungseinsätze gab es im Rahmen der Hochwassersituation in Seehausen und eine Gefahrenbeseitigung auf dem Hof Düwert in Bretsch. Der im vergangenen Jahr angesprochene Aufbau einer Führungsunterstützungsgruppe hat sich zerschlagen. Damit beschäftigen sich nun die Schönberger Kameraden, bei denen auch das entsprechende Fahrzeug geparkt ist.

Erfolgreich war die Beteiligung am Ausscheid in Lichterfelde, wo man in den verschiedenen Disziplinen die Plätze 1-3 erreichte sowie die Teilnahme an den Landesmeisterschaften in Asendorf. In diesem Zusammenhang wurde auch diskutiert, ob in diesem Jahr eine A-Mannschaft ohne Altersbegrenzung bei den deutschen Meisterschaften in Cottbus starten wird.

Ein Dankeschön ging auch an die Jugendwartin Doreen Fankner, die auf eine gute Arbeit nebst Erfolgen verweisen konnte.

Die Aktivitäten des Fördervereins und der Frauengruppe erhielten eine Würdigung, und das Geburtstagskind des Tages, Sibylle Matthies, konnte sich über einen Blumenstrauß freuen, so wie der Kamerad Christian Krüger, der von der Wehr in Bretsch zur Nachbarwehr in Wohlenberg wechselte. Einen emotional geladenen Beitrag leistete der Stellvertreter des Wehrleiters, Manfred Jüstel, zur Thematik Nutzung der Dorfgemeinschaftshäuser. Für ihn ist es unverständlich, dass vor Jahren gefasste Beschlüsse zur kostenlosen Nutzung dieser Häuser durch seine Kameraden, die beim Bau dieser Immobilien viele freiwillige Stunden leisteten, nun nicht mehr gelten sollen. „Unser jetziger Dienstherr setzt Beschlüsse der Gemeinde von früher außer Kraft oder legt sie zu den Akten. Das verbriefte Anrecht der Kameraden zur kostenlosen Nutzung der Räume bei bestimmten Anlässen kann nicht mit Füßen getreten werden. Jetzt fühle ich mich etwas in den Hintern getreten.“

Der anwesende Bürgermeister der Gemeinde Altmärkische Höhe, Bernd Prange, der selber Kamerad in der Heiligenfelder Wehr ist, bekräftigte seinen Standpunkt, dass das Ehrenamt durch die kostenlose Nutzung eine Würdigung erfahren sollte. Er gab den Rat, dass sich alle Wehrleiter in dieser Frage positionieren sollten, um eine einheitliche Regelung zu erzielen.

Bevor mit dem gemeinsamen Abendbrot begonnen wurde, stand noch die Wahl eines Rechnungsprüfers auf dem Plan. Etwas unkonventionell erhielt diesen Posten die Kameradin Katrin Vinzelberg.

Von Walter Schaffer

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