Bundesweites Projekt untersucht Qualität der landwirtschaftlichen Böden

Ein Blick unter die Erde

Schüler des MAG nehmen Bodenproben auf dem betrieb von Familie Thomsen. Die Proben werden untersucht.
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Die Neuntklässler packten tatkräftig an, um die Proben aus dem Boden zu holen. Von Lehrer Michael Müller (links) gab es Tipps und Hinweise.
  • Tobias Henke
    VonTobias Henke
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Warum genau sollte man Teebeutel vergraben, um auf diese Weise etwas über den Boden zu erfahren? Diese Frage haben sich Michael Müller, Biologielehrer am Markgraf-Albrecht-Gymnasium und neun seiner Schüler auch gestellt, bevor sie sich entschieden, an dem bundesweiten Projekt „Expedition ins Erdreich“ teilzunehmen, das durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert wird.

Sowohl in einem Bereich, in dem Kürbispflanzen wachsen als auch auf einer Blühwiese des landwirtschaftlichen Betriebes Thomsen wurden gestern nach genauen Vorgaben Teebeutel vergraben, um sie in drei Monaten wieder aus dem Erdreich zu holen. „Dann werden wir untersuchen, wie stark die Beutel schon verrottet sind“, erläutert Müller das Ziel des Projektes. Dies lasse dann Rückschlüsse darauf zu, wie gut, „die Müllabfuhr der Natur funktioniert“, formulierte Müller den Zweck der Untersuchung.

Landwirtin Constanze Thomasen, die den Betrieb seit vielen Jahren mit ihrem Mann Jochen führt, ist auf die Ergebnisse gespannt. „Vor allem interessiert mich, ob es Unterschiede beim Bodenleben zwischen unseren beiden Standorten gibt“. Die Zahl der Lebewesen wie etwa Regenwürmer wird bei dem Projekt ebenso untersucht, wie der PH-Wert. Mittel und Wege, diesen zu bestimmen, haben die Schüler bereits im Unterricht kennengelernt.

Geleitet wird das Projekt nicht von professionellen Wissenschaftlern, sondern von „Bürgerforschenden“ aus allen Bundesländern. Insgesamt werden die Daten an 9000 Standorten erhoben.

Am Montag wurden zunächst mehrere Löcher gegraben, um dort Bodenproben zu nehmen. Diese werden von den Schülern analysiert. In unmittelbarer Nähe zu dem etwas größeren Loch, das nach Probeentnahme wieder mit Erde gefüllt wurde, wurden die standardisierten Teebeutel vergraben.

Lehrer Müller freut sich über das Engagement der Schüler, die sich freiwillig gemeldet haben. „Und es ist zum ersten Mal, dass ich in Biologie an so einem projekt teilnehme. Bislang war das nur in Physik der Fall.

Landwirtin Thomsen wurde erst in der vergangenen Woche von Müller angesprochen. „Bei so was machen wir immer gerne mit“, erzählt die Düsedauer Landwirtin, die sich von den Untersuchungen wertvolle Erkenntnisse über den Zustand ihrer Böden erhofft.

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