Dr. Volkmar Schröter würde gerne in eine neue Praxis investieren / Denkmalschutz erschwert Umsetzung

Bauvorhaben kommt nicht voran

In diesem Fachwerkhaus soll die neue Praxis entstehen. Aktuell verzögern denkmalrechtliche Vorgaben das Projekt. Nach einem zwischenzeitlichen Baustopp hat der Mediziner inzwischen wieder eine Baugenehmigung.

Osterburg. Bereits vor fünf Jahren haben die Planungen für das Vorhaben begonnen. Der Allgemeinmediziner Dr. Volkmar Schröter würde gerne innerhalb der Kirchstraße umziehen und künftig in dem denkmalgeschützten Gebäude neben der Volksbank praktizieren.

Zwischenzeitlich wurde sogar ein Baustopp verfügt.

„Ich hatte bereits die Genehmigung, zwei denkmalgeschützte Balken zu entfernen und aufzuarbeiten, dennoch erfolgte zunächst ein Baustopp aus Gründen des Denkmalschutzes“, so der Mediziner gegenüber der AZ. Inzwischen hat er zwar wieder eine Baugenehmigung, doch die Archäologen, die bei den anstehenden Bauarbeiten anwesend sein müssen, um während der Arbeiten Bodenproben zu nehmen, lassen aktuell auf sich warten. „Ich wundere mich schon etwas, warum der Bau nicht endlich fortgesetzt werden kann.“

Dr. Volkmar Schröter würde gerne in eine größere Praxis in der Osterburger Innenstadt ziehen.

Dennoch ist es ihm wichtig, niemandem die Schuld an der derzeitigen Situation zu geben. „Bürgermeister Nico Schulz und die Stadtverwaltung stehen an meiner Seite, sie wünschen sich auch, dass der Bau weitergehen kann. Und die Denkmalschutzbehörde macht auch nur ihren Job“, sagt Schröter. Allerdings fragt er sich zum Teil, was die für die Behörde arbeitenden Archäologen in den alten Gemäuern zu entdecken hoffen. „Wenn man 80 Zentimeter tief bohrt, stößt man auf Wasser, aus meiner Sicht gibt es da nicht viel zu finden“, meint der Mediziner. „Und warum es nötig ist, dass das Alter von Holzwürmern bestimmt wird, ist mir auch nicht ganz klar.“

Der Mediziner musste für den Bau bereits mehrere Gutachten in Auftrag geben, die ihm eine fünfstellige Summe gekostet haben. „Ich fürchte, dass sich nicht zuletzt viele Städter und Gemeinden an denkmalgeschützte Bauwerke nicht mehr herantrauen, da der Aufwand einfach sehr groß ist.“

Für die Patienten brächte ein Umzug Vorteile mit sich. Da sich die Patientenzahl verdoppelt habe, seit er in Osterburg praktiziere, seien großzügigere Räumlichkeiten allein deshalb sinnvoll. „An dem neuen Standort hätten wir einen deutlich größeres Wartezimmer, inklusive eines Diskretionsbereichs, sodass andere Patienten nicht mehr in Hörweite wären, wenn Patienten den Sprechstundenhilfen ihre Symptome schildern. Außerdem würde die neue Praxis über einen barrierefreien Zugang verfügen, sodass auch Rollstuhlfahrer problemlos in die Praxis fahren könnten.

Wichtig ist dem gebürtigen Osterburger Schröter auch die Optik des Gebäudes. „Es ist mir ein Anliegen, dass sich das denkmalgeschützte Gebäude auch nach dem Umbau gut in die Umgebung einfügt und zu den umliegenden Gebäuden passt.“

Noch denkt Schröter nicht daran, sein Bauvorhaben aufzugeben, doch er lässt durchblicken, dass es in absehbarer Zeit weitergehen muss. „Ich habe gelernt, mich in Geduld zu üben, aber wenn es gar nicht weitergehen sollte, muss ich mich wohl nach einem alternativen Standort in Osterburg umsehen“, bedauert er die Verzögerungen.

Von Tobias Henke

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