Coronafrust und Macht: Verband Sachsen-Anhalt aus der Taufe gehoben

Basis-Partei rüstet sich für Landtag

Alkje Fontes hängt Kaiser und Reichskanzler eine Parteifahne vor die Nase. Absichtlich oder nicht, Machtbegrenzung, wie sie es nennt, ergebe immer Sinn.
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Alkje Fontes hängt Kaiser und Reichskanzler eine Parteifahne vor die Nase. Absichtlich oder nicht, Machtbegrenzung, wie sie es nennt, ergebe immer Sinn.

Osterburg – Die Anti-Corona-Maßnahmen des Staates sind ihnen ein Dorn im Auge, auch so fühlen sich die meisten von oben gegängelt.

Anhänger von Verschwörungstheorien, Virus-Leugner, Extremisten? Alkje Fontes lächelt leicht gequält und sagt der AZ: „Wir sind nicht links, nicht Mitte, nicht rechts, wir sind sachlich.“

Was das genau heißt, solle den Menschen im Land alsbald klar werden. Sachsen-Anhalt hat eine neue politische Kraft. Der Landesverband der Basisdemokratischen Partei Deutschland (Die Basis) hat sich am Sonnabend in Osterburg gegründet. Der Zusammenschluss will bereits bei der Landtagswahl 2021 antreten und den „etablierten Parteien das Fürchten lehren“.

An die 20 Leute hatten sich am Reformationstag in der Pension „Zum Kanzler“ versammelt. Sie kamen vor allem aus Magdeburg und der Altmark. Fontes lebt mit Ehemann Lothar und drei Kindern in Gethlingen. Dass der Verband ausgerechnet in der Nordaltmark aus der Taufe gehoben wurde, habe also schlichtweg auch etwas mit ihrem Wohnort zu tun. Die Familie sieht sich als Teil einer Bewegung, welche die politische Welt verändern will. Fontes und Mitstreiter reden von „einem Leitbild der vier Säulen“ und meinen damit „Freiheit, Achtsamkeit, Machtbegrenzung und Schwarmintelligenz“. Die Partei zieht es auch in den Bundestag.

Die Bundespartei ist im Juli gegründet worden, aus dem Nichts kommt sie keineswegs. Die Gruppe und Protestpartei „Widerstand 2020“ dürfte zumindest ein Stück weit zum Erbe gehören. Kritiker sahen und sehen in Widerstand 2020 ein diffuses Sammelbecken aus Vertretern unterschiedlicher politischer Couleur und verunsicherten Bürgern. Fontes dürfte all das und mehr wissen. Um 10.53 Uhr hatten 14 stimmberechtigte Mitglieder den Landesverband gegründet und richteten den Blick voraus auf die Satzung. Totalitäre, diktatorische, gewalttätige und undemokratische Bestrebungen jeder Art würden abgelehnt, heißt es im Regelwerk unter anderem. Am Parteiprogramm soll weiter gearbeitet werden.

„Wir müssen Relevanz bekommen“, sagte Fontes und kündigte den Übertritt bekannter Gesichter aus der Landespolitik in ihre Reihen an. Aus den Namen machte sie noch ein Geheimnis. Fontes arbeitet im Bundesvorstand der Partei, genauso wie Karsten Wappler und Henning Hacker, auch sie waren in der Biesestadt dabei. Letztgenannter ist Vize-Vorsitzender. Zum Gründungsvorstand des Landesverbandes gehören: Dr. Christian Görner und Hartmut Karwacki (beide Vorsitzender), Sabine Görner (Stellvertreterin), Hagen Schirmacher (Schatzmeister), Stefanie Kalinka-Zupp (Säulenbeauftragte), Skadi Helmert (Schriftführer) und Dr. Dietmar Fromme-Hüge (Beisitzer).

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