Arztpraxen und Imbiss gestrichen / Sieben Wohnungen sollen entstehen

Bahnhof sucht Anschluss: „Projekt nicht gestorben“

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Der Ex-Bahnhof sorgt für Gesprächsstoff in der Stadt. Die Sanierungsarbeiten sind schon vor etlichen Monaten ins Stocken geraten. Der Zustand des stadtgeschichtlich interessanten Gebäudes hat sich naturgemäß nicht verbessert. Vor dem Haus liegen einige abgestürzte Dachziegel.

Osterburg. Der frühere Bahnhof in Osterburg soll nicht auf dem Abstellgleis bleiben und verfallen. „Die Baugenehmigung liegt inzwischen vor. Es wird also weitergehen. Das Projekt ist nicht gestorben“, versichert Peter Zimmermann gegenüber der AZ.

Anders als ursprünglich geplant, sollen in dem geschichtsträchtigen Haus nun sieben Wohnungen unterschiedlicher Größe entstehen. Von Arztpraxen und einem Schnellimbiss ist keine Rede mehr. Wann die vor mindestens einem Jahr ins Stocken geratene Sanierung wieder Fahrt aufnehmen wird, kann der Architekt nicht sagen. Die Eigentümerin aus der Westaltmark wolle nicht mehr Informationen in der Öffentlichkeit preisgegeben wissen. Der AZ-Anruf bei einer involvierten Wittenberger Firma für Immobilien und Verwaltung ändert daran auch nichts.

Das Gebäude ist gut 110 Jahre alt und stellt ein Stück traditionelles Osterburg dar. „Ich kann verstehen, dass die Bürger langsam ungeduldig werden und einen Fortschritt sehen wollen, doch so ein denkmalgeschütztes Haus ist nun einmal eine große Herausforderung“, meint Zimmermann. Dass sich überhaupt jemand dieser Aufgabe angenommen hat, sei schon aller Ehren wert. Ausrangierten Bahnhöfen eine Zukunft zu geben, sei fast überall schwierig, meint der Biesestädter. Schon allein die Planung für Sanierung und Umbau sei enorm aufwendig.

Die Wittenberger Immobilienfirma hatte das Objekt Ende 2012 von der Deutschen Bahn gekauft und im Juli 2013 ein erstes großes Aufräumen veranlasst. Vor ungefähr 15 Jahren konnten Reisende dort an einem Schalter noch Fahrkarten kaufen. Die modernen Bahnsteige liegen gleich dahinter. Während dort täglich Züge abfahren, wartet der ausrangierte Bahnhof nach wie vor auf einen Anschluss in die Zukunft.

Von Marco Hertzfeld

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