Neuer Interessent für Gebäude ist vermutlich abgesprungen

Bahnhof in Osterburg vor ungewisser Zukunft

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Schon von außen ist der marode Zustand des Bahnhofsgebäudes in der Biesestadt auffällig. So sind die Fenster teilweise kaputt und das Gebäude ist nicht betretbar.

Osterburg – Mitte vergangenen Jahres war Osterburgs Bürgermeister Nico Schulz (Freie Wähler) noch optimistisch, dass sich ein neuer Interessent für den Osterburger Bahnhof, der mehr und mehr verkommt, findet. Doch das hat sich nun zerschlagen.

Somit ist weiter ungewiss, ob und wann das Gebäude auf Vordermann gebracht werden kann.

„Das Gebäude war noch nie im Besitz der Stadt. Letztes Jahr schien es so, als würde der Besitzer eventuell wechseln. Auch wir als Stadt haben uns mit dem Interessenten unterhalten, um zu erfahren, was er mit dem Gebäude vor hat. Es waren gute Gespräche, aber wir haben von dem Interessenten seitdem nichts mehr gehört“, so Schulz auf Anfrage der AZ. Von dem derzeitigen Besitzer gäbe es dagegen keine Signale, dass er vorhabe, etwas an dem Gebäude zu machen. Somit kann es weiterhin nicht von den Bahnreisenden genutzt werden.

Neben der Tatsache, dass der Zustand des repräsentativen Gebäudes sehr zu wünschen übrig lässt, handelt es sich bei dem Bahnhof auch um einen Schwerpunkt in Sachen Vandalismus. Immer wieder gab es in jüngerer Vergangenheit beispielsweise Schmierereien an den Wartehäuschen der Bushaltestelle. Eine Möglichkeit, um zu versuchen, den Vandalismus zu bekämpfen, wäre eine Videoüberwachung, wie sie für den August-Hilliges-Platz beschlossen wurde. Sie solle umgesetzt werden, sobald der Haushalt beschlossen wurde, betont Schulz. Das Areal rund um den Bahnhof habe man als zweiten Schwerpunkt hinsichtlich Schäden durch Vandalismus im Blick.

„Zunächst einmal wollen wir abwarten, was die Überwachung am Hilliges-Platz bewirkt.“ Anschließend könne man dann darüber debattieren, ob es auch am Bahnhof Sinn macht, die Videoüberwachung umzusetzen. Mehrere Stadträte hatten bei der Debatte um die Einführung der Kameras am Hilliges-Platz Bedenken dahingehend geäußert, dass sich das Geschehen, das regelmäßig in Form von Zerstörungen auf dem Platz zu beobachten ist, auf andere Bereiche verlagern könnte. Ob das tatsächlich passiert und ob es am Hilliges-Platz einen Rückgang an Vandalismus gibt, soll im Rahmen einer Evaluation der Videoüberwachung am August-Hilliges-Platz herausgefunden werden.

Der derzeitige Status quo am Bahnhof der Biesestadt ist für alle Seiten unbefriedigend. Die Tatsache, dass es sich bei dem Bahnhof um einen Vandalismus-Schwerpunkt handelt, dürfte potenziellen Investoren nicht schmecken. Ob der heruntergekommene Bahnhof noch einmal aufblühen kann, steht derzeit mehr denn je in den Sternen. Bürgermeister Schulz wünscht sich, dass Bewegung in die Sache kommt. Doch das liegt nicht in seiner Hand. Ein Kauf des Gebäudes durch die Gemeinde ist derzeit kein Thema.

VON TOBIAS HENKE

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