„Über Erhöhungen sprechen“

Ausschüsse werden über Kostensteigerung der Kita- und Hortgebühren beraten

Osterburg. Um die laufenden Kosten für die kommunalen Kindergärten zahlen zu können, wäre eine Erhöhung der Beiträge der Eltern um etwa 61 Prozent möglich.

„Im Vergleich zur Berechnung von 2014 gab es Steigerungen bei Personalkosten, die Einbeziehung von Abschreibungen, hohe Investitionen und eine Verwaltungpauschale. Das sind Ursachen für die Kostenerhöhung“, sagt Anke Müller, Amtsleiterin für Verwaltungssteuerung und Demografie. So habe die Verwaltung an der Kita „Jenny Marx“ unter anderem ein neues Rollosystem installiert. Aber auch in diesem Jahr steht einiges zu Buche wie Fallmatten am Klettergerüst.

Im Rechenbeispiel würden die Kosten von derzeit 153 Euro bei einer täglichen zehnstündigen Betreuung auf 245 Euro im Monat steigen. Bei einem achtstündigen Aufenthalt würde es um fast 75 Euro anwachsen. Und selbst bei nur fünf Stunden im Kindergarten müssten Eltern etwa 47 Euro drauflegen. „Erst dann würde die Kommune die maximale Umlagehöhe von 50 Prozent des verbleibenden finanziellen Bedarfs von aktuell fast einer Million Euro ausschöpfen“, so Müller.

Aufgebracht werden müssen derzeit etwa 1,6 Millionen Euro für Krippe und Kita. Die Zuschüsse vom Land und Landkreis belaufen sich auf 642 000 Euro. „Wir werden über Erhöhungen sprechen müssen“, erklärt auch die Sozialausschussvorsitzende Ute Pahl.

Der Kostenbeitrag pro Monat solle sich jedoch auch weiterhin am 2014 ermittelten Prozentsatz von 36,11 Prozent orientieren, so der politische Wille des Bürgermeisters Nico Schulz. Damit würde die Kostensteigerung für Eltern wesentlich geringer ausfallen, erklärt Müller. 16 Prozent müssten dann pro Platz in der Krippe oder der Kita mehr gezahlt werden. Das sei für Krippenplätze aber auch nur durch eine Mischkalkulation machbar, sagt Schulz. Die tägliche Betreuung in der Kita würde unter diesen Voraussetzungen zwischen etwa 13 und 24 Euro pro Monat in den Einrichtungen in Osterburg, Walsleben, Rossau und Königsmark steigen. Insgesamt werden momentan 196 Kinder betreut.

Voraussetzung für die weitere Debatte, die laut Müller im April in den Ausschüssen weitergeführt und bis Herbst in eine Kostensatzung für 2017 gegossen werden soll, ist die Veränderung der Regelungen im Kinderförderungsgesetz. Dazu wurde das Land gerichtlich aufgefordert. „Ich sehe da noch wenig Bewegung. Vor der Landtagswahl ist da gar nichts passiert“, sagt Müller.

Auch die Berechnung könnte sich in der Zwischenzeit weiter verändern. Betriebs- und Personalkosten steigen normalerweise. Die Betriebserlaubnis von Einrichtungen könnte sich im Hinblick auf Kinderbetreuungszahlen veränderen. Allerdings gebe es keine Veranlassung zu glauben, dass die Erhöhung unter den 16 Prozent ausfallen werde. „Es gab bis jetzt immer leichte jährliche Erhöhungen durch steigende Betriebskosten“, sagt Müller.

Anders sieht die Entwicklung im Hortbereich aus. Dort wäre eigentlich eine Reduzierung des Beitrages möglich. Die Verwaltung hat jedoch schon jetzt angeregt, dass der Umlagesatz von fast 42 auf 50 Prozent erhöht wird. Dann müssten Eltern pro Platz im Schulhort zwischen 1,40 Euro und 8,42 Euro mehr zahlen. Betroffen wären aktuell Eltern von 170 Kindern.

Von Ronny Kauerhof

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