Verkauf der LFD-Holding soll an Erweiterung der Schweinezucht in Wasmerslage nichts ändern

Der Ausbau ein Teil des Geschäfts

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Die Schweinehaltung in Wasmerslage steht vor weiteren Umbrüchen.

Wasmerslage. Der Ausbau bleibe das Ziel. Ein Verkauf der LFD-Holding mit Hauptsitz in Genthin, zu der die Schweinehaltung in Wasmerslage gehört, soll keine Auswirkungen auf die geplante Erweiterung des ostaltmärkischen Standortes haben.

„Das Unternehmen beziehungsweise alle Standorte sollen als Ganzes verkauft werden“, teilt LFD-Sprecher Ralf Beke-Bramkamp auf Anfrage der AZ mit. Der Komplex nahe Osterburg, der von der Tochter Mesa Agrar GmbH betrieben wird, soll von aktuell fast 11 000 Tierplätzen auf Raum für mehr als 46 000 Ferkel ausgebaut werden. Die Unternehmensgruppe mit Jörn F. Göbert an der Spitze will die insgesamt 22 Standorte für einen „gut dreistelligen Millionenbetrag“ möglichst schon zum Jahresende veräußern.

LFD steht für Landwirtschaftliche Ferkelzucht Deutschland. Das Unternehmen ist ein Schwergewicht in der Schweineproduktion. „Als absolut sicher gilt, dass der Altgesellschafter Adriaan Straathof keine Rolle auch nach einem Verkauf an einen neuen Gesellschafter spielen wird“, betont Beke-Bramkamp. Die LFD hatte vor etwa drei Jahren nicht zuletzt Straathof-Standorte in Sachsen-Anhalt und ganz Ostdeutschland übernommen. Straathof, einer der größten Schweinezüchter Europas, war mit einem nationalen Berufsverbot belegt worden. Die LFD will seit 2016 insgesamt mehr als 37 Millionen Euro in Tier- und Umweltmaßnahmen sowie in Modernisierung von Anlagen investiert haben.

Gegen die Erweiterungspläne in Wasmerslage hat sich eine Bürgerinitiative formiert. Auch die Einheitsgemeinde Osterburg, zu der das Dorf gehört, spricht sich dagegen aus. Kritiker befürchten vor allem ein höheres Verkehrsaufkommen und mehr Gestank. Das Genehmigungsverfahren beim Landesverwaltungsamt läuft seit geraumer Zeit. Ärger steht ins Haus, weil Gülle illegal gelagert worden sein soll. Eine Strafe droht. Das Unternehmen sieht eine „jahrelang übliche Praxis am Standort“, führt unter anderem eine ungünstige Witterung ins Feld und zeigt sich gegenüber den Kontrollbehörden gesprächsbereit. Für Mittwoch ist eine Anhörung angesetzt (die AZ berichtete).

Der neue Gesellschafter soll alle 22 LFD-Anlagen, darunter elf Sauenstandorte, als Paket erwerben und die Gruppe zu einem „Premium-Hersteller von Mehrwert-Schweinefleisch weiterentwickeln“. Die Größe des Unternehmens bietet laut Beke-Bramkamp Vorteile wie eigene Tierärzte, gezieltes effizientes Monitoring und hauseigene Fuhrparks. Allein an den acht sachsen-anhaltinischen Standorten soll derzeit Platz für 23 000 Sauen sein, insgesamt sind es nach Angaben des Unternehmens 53 000 Sauen. In der Tierhaltungsanlage in Wasmerslage liege der Fokus zunehmend auf Ferkel.

Von Marco Hertzfeld

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