Bauwerk kompliziert: Arbeiten für neue Cositte-Brücke kommen Stromleitung unangenehm nah

„Auf den Punkt genau organisiert“

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Die Cositte-Brücke ist mehr als 80 Jahre alt und soll nun abgerissen werden. Gleich daneben verlaufen die Hochspannungsleitungen.

Dobbrun. Alle Beteiligten dürften dem Brückenbau bei Dobbrun mit einer gewissen Spannung entgegensehen, und das im wahrsten Sinne des Wortes und nicht allein, weil das Projekt schon länger auf der Agenda steht.

Die neue Überführung wird höher als die alte, der Abstand zu den Hochspannungsleitungen verringert sich dadurch automatisch. „Was die Arbeiten verkompliziert. Teilweise muss der Strom abgestellt werden. Das muss auf den Punkt genau organisiert werden“, informiert Kreissprecherin Angela Vogel auf Nachfrage der AZ. Die Arbeiten für die neue, neuneinhalb Meter breite Brücke beginnen voraussichtlich im März und dauern bis Oktober. Die Kosten liegen bei insgesamt circa 920 000 Euro.

Die Kreisstraße  1071 muss im Bereich der Brücke über die Cositte um gut 80 Zentimeter angehoben werden, um die Vorgaben des Landesamtes für Hochwasserschutz und Wasserwirtschaft zu erfüllen. „Gleichzeitig sind auch die Mindestabstände zu den Hochspannungs-Freileitungen einzuhalten.“ Neben dem eigentlichen Brückenbau wird die Fahrbahn auf einer Länge von annähernd 300 Metern erneuert und angepasst. Das alte und marode Bauwerk mit einer Stützweite von etwas mehr als 6,40 Meter verschwindet. Der Neubau bringt es laut der Kreissprecherin auf 11,68 Meter und ist damit fast doppelt so lang.

Der Verkehr in dem Gebiet lässt sich nicht so einfach umleiten. Die Fahrzeuge sollen eine Umfahrung westlich der Brücke, von Osterburg kommend links, nutzen können. Diese Behelfspiste wird naturgemäß zu allererst geschaffen und soll einspurig sein. Der Landkreis lasse den Verkehr über die Behelfsbrücke in beide Richtungen durch eine Ampel steuern, erläutert Vogel. Die gesamte Maßnahme, einschließlich der Planung, wird aus dem Landestopf für den kommunalen Straßenbau mit satten 80 Prozent gefördert.

Die ebenfalls altersschwache Brücke über den Landgraben muss noch ausreichen.

Die zweite Brücke im Zuge der Kreisstraße bei Dobbrun, einem Ortsteil Osterburgs, führt über den Landgraben und stammt wie die erste aus den 1930er-Jahren. Auch sie soll abgerissen und durch einen Neubau ersetzt werden. Die Planungen laufen bereits. In den nächsten Jahren soll das Vorhaben umgesetzt werden, wann genau, lässt Vogel noch offen. Die Kosten werden vorläufig auf 900 000 Euro geschätzt. Drei landkreisliche Brücken sind nach der politischen Wende neu gebaut worden, die in Rossau, Schliecksdorf und Flessau. Die Überführung bei Gladigau wurde 1999 saniert. Der Landkreis ist für insgesamt fast 50 Brücken in Ostaltmark und Elbe-Havel-Winkel zuständig, davon befinden sich neun in der Einheitsgemeinde Osterburg.

Von Marco Hertzfeld

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