25 Nistkästen angebracht

Neuen Rückzugsort geschaffen

In einer Höhe von 2,50 bis drei Meter wurden die Nistkästen angebracht.
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David Elsholz (l.) und Helmut Sasse blicken in Richtung Fabian Rieger, der den Nistkasten weiterreicht, um ihn am Baum auf einer Höhe von 2,50 bis drei Metern zu befestigen.
  • Tobias Henke
    vonTobias Henke
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Die hiesigen Vögel finden in den zugebauten Innenstädten immer weniger Möglichkeiten, um ihren Nachwuchs aufzuziehen. Um diese Tatsache etwas abzumildern, hat die grüne Ortsgruppe Osterburg gemeinsam mit dem Bund für Umwelt- und Naturschutz (BUND) und dem Wischeverein in Abstimmung mit der Kita „Jenny Marx“ eine Nistkästenaktion in dem Kindergarten gestartet.

Osterburg – Diese soll nicht nur dem Erhalt der Population dienen, sondern mittelfristig auch dabei helfen, den Eichenprozessionsspinner (EPS) auf natürliche Art und Weise zu bekämpfen. Einen Effekt wird man hier natürlich erst mittelfristig merken. Ich schätze, dass dies in etwa drei Jahren der Fall sein könnte“, sagte BUND-Mitglied Fabian Rieger, der gemeinsam mit dem grünen Stadtrat David Elsholz und Helmut Sasse, dem Vorsitzenden des Wischevereins, die Aktion in die Tat umsetzten. 15 Nistkästen wurden direkt auf dem Gelände der Kindertagesstätte aufgehängt, zehn weitere in der direkten Umgebung. Von den 25 Nistkästen waren fünf für Fledermäuse reserviert. Diese fressen die Larven des Eichenprozessionsspinners in einem Stadium, bevor diese sich verpuppen. „Diese Erkenntnis ist relativ neu“, erzählt Helmut Sasse.

Ein Ziel der Organisatoren ist es, auch die Kinder vor Ort mit einzubinden. „Vielleicht ist es möglich, dass einzelne Gruppen oder Kinder mit ihren Eltern Patenschaften für einzelne Nistkästen übernehmen und diese dann einmal im Jahr reinigen“, sagte David Elsholz. Werden die Kästen nicht gereinigt, machen die Vögel einen Bogen um die Brutplätze.

Gestern Morgen verfolgten nur wenige Kinder draußen das Anbringen der Nistkästen, als sie kurz mit ihren Erzieherinnen frische Luft schnappten. Einrichtungsleiterin Ute Löschner sagte, dass man die Kontakte derzeit so weit wie möglich reduziert. Deshalb verfolgten etliche Kinder das Anbringen der Nistkästen von innen.

Bei den Bäumen, die auf dem Gelände der Kindertagesstätte stehen, handelt es sich um Eichen und Kastanien. Beide sind als Bepflanzung für einen Kindergarten nur bedingt geeignet. „Es ist natürlich eine Gefahr, wenn die Kastanien aus großer Höhe auf die Kinder fallen. Es hat in der Vergangenheit schon Platzwunden gegeben“, sagt Einrichtungsleiterin Ute Löschner. Auch im Haushalt sollen dafür schon Mittel vorgesehen gewesen sein, ergänzt Stadtrat Elsholz. Doch auch die Kitaleiterin will nicht, dass die Bäume schnell entfernt werden. „Das könnte nur nach und nach passieren, wir brauchen ja auch den Schatten der Bäume.“ Somit werden die Nistkästen in den nächsten Jahren Vögeln ein neues Zuhause bieten können.

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