Stadt spricht sich gegen oberirdische Stromtrasse aus

Auch Osterburg fordert Abriss von Leitungen

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In vielen Städten und Gemeinden in der Altmark regt sich derzeit Widerstand gegen eine geplante Stromtrasse. Osterbrug macht Sicherheitsbedenken geltend.

Osterburg – Neben weiteren Städten in der Altmark hat nun auch die Hansestadt Osterburg Bedenken zu der geplanten 380 kv-Stromleitung geäußert. Sie fordert zumindest teilweise eine Verlegung von Erdkabeln.

Dabei argumentiert die Stadt in einer Stellungnahme, die der Hauptausschuss in seiner letzten Sitzung verabschiedet hatte, zum Teil auch mit Sicherheitsbedenken, da bestehende Bestimmungen von Wohngebieten für Mindestabstände zu den Oberleitungen nicht eingehalten werden können.

„Die Siedlungsstruktur der Einheitsgemeinde Osterburg (Altmark) ist zerstreut und sehr kleinteilig“, heißt es in einem Schreiben der Stadt an das Landesverwaltungsamt. Dies führe dazu, dass die Leitungen teilweise nahe an Wohnhäusern gebaut würden.

„Die Hochspannungsleitung wird als Drehstromvariante ausgeführt. Beim Aufbau ist auf die Einhaltung des notwendigen Mindestabstandes für Drehstrom-Freileitungen von 200 Metern im Außenbereich zu achten“, heißt es in dem Schreiben, was Bürgermeister Nico Schulz an das Landesverwaltungsamt geschickt hat. In Gebieten, die vorwiegend dem Wohnen dienen, liegt der Mindestabstand demnach bei 400 Metern.

Innerhalb der Einheitsgemeinde Osterburg würden die Leitungen durch die Gemarkungen Dobbrun, Düsedau, Erxleben, Meseberg und Osterburg führen. Sollten die geplanten Maßnahmen dazu führen, dass die Mindestabstände nicht mehr eingehalten werden können, steht Osterburg auf dem Standpunkt, dass anschließend komplett neue Wege gefunden werden müssen, da in diesem Fall der Bestandsschutz für die bestehenden Leitungen entfallen würde, um die notwendigen Mindestabstände einzuhalten.

Als weiteres Argument gegen oberirdische Leitungen verweist die Stadt auf mögliche Naturereignisse wie Orkane, die auch in der Vergangenheit bereits zu umgestürzten Strommasten geführt hätten. Als letztes Naturereignis, das in Deutschland zum Umknicken von Strommasten geführt hat, wird hier auf den Sturm Kyrill verwiesen, der vor zwölf Jahren über Deutschland hinwegzog und teilweise große Schäden und Zerstörungen der Stromversorgung verursachte.

VON TOBIAS HENKE

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