„Private Arztpraxis fallen gelassen“

Arztpraxis an der Osterburger Kirchstraße – Dr. Schröter gibt Vorhaben aufgrund von bürokratischen Zwängen auf

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Eine Arztpraxis wird in diesem Gebäude nicht mehr entstehen. Aufgrund von bürokratischen Zwängen macht der Eigentümer einen Rückzieher.

Osterburg – Eine Arztpraxis an der Osterburger Kirchstraße, direkt neben der Volksbank gelegen, wird es nicht mehr geben. Dr. Volkmar Schröter, der das Gebäude käuflich erworben hat, lässt nun die Finger davon.

„Es ist ein großes Trauerspiel“, sagte er im AZ-Gespräch. Aufgrund der amtlichen Vorgaben, insbesondere durch die Untere Denkmalschutzbehörde des Landkreises Stendal, macht der Zedauer einen Rückzieher.

„Ich habe die private Arztpraxis fallen gelassen.“ Immer wieder wurden ihm von der Behörde Hürden in den Weg gelegt, sodass der gebürtige Osterburger nun genervt die Reißleine zieht. Dabei hatte er für sein Ansinnen Unterstützung von Einheitsgemeindebürgermeister Nico Schulz bekommen, der die Umgestaltung des maroden Gebäudes zu einer Arztpraxis immer wieder begrüßte. Schließlich setzt der Verwaltungschef auf die Niederlassung von Ärzten in der Biesestadt. Um Schröters Vorhaben weiter zu bringen, suchte er sogar das Gespräch mit Stendals Landrat Carsten Wulfänger (CDU) – allerdings ohne Erfolg.

Dr. Schröter hatte die Absicht, die alte Bausubstanz mit modernen Elementen zu verbinden, was bei den Denkmalschützern nicht auf offene Ohren traf. Verständnislos darüber schüttelt er nur den Kopf. Dass es auch anders geht, zeigen Beispiele in größeren Städten wie Hamburg oder Lüneburg. „Dort wurde Altes mit Modernem“ verbunden, weiß der Mediziner. Viel Geld hat er bisher für Gutachten und Planungen ausgegeben. Derzeit platzt seine angemietete Praxis einige Meter weiter an der Kirchstraße aus allen Nähten. „An dem neuen Standort hätten wir ein deutlich größeres Wartezimmer, inklusive eines Diskretionsbereichs, sodass andere Patienten nicht mehr in Hörweite wären, wenn Patienten den Sprechstundenhilfen ihre Symptome schildern. Außerdem würde die neue Praxis über einen barrierefreien Zugang verfügen, sodass auch Rollstuhlfahrer problemlos in die Praxis fahren könnten.“ Doch das ist nun alles Geschichte. Wie es mit dem Schandfleck in der Innenstadt weitergeht, darauf möchte sich der Mediziner noch nicht endgültig festlegen. „Wahrscheinlich werde ich das Gebäude irgendwann mal für Wohnungen herrichten lassen. Ein Vorhaben, das ich nie wollte. Ich wollte nämlich nie Vermieter, sondern Nutzer sein.“

VON THOMAS WESTERMANN

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