Pläne stehen auf der Kippe

Anwohner protestieren gegen neues Wohngebiet

Der Straßenverkehr auf der Wiesenstraße dürfte deutlich zunehmen, falls das Wohngebiet gebaut wird.
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Blick vom Schwarzen Weg in die Wiesenstraße
  • Tobias Henke
    vonTobias Henke
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Nur wenig für über das Für und Wider des geplanten Wohngebietes „am Werder“ in den Ausschüssen diskutiert. In der Stadtratssitzung am Dienstagabend war dies jedoch anders. Dies lag zum größten Teil an mehreren Bürgern, die sich im Rahmen der Einwohnerfragestunde zu Wort meldeten. Ein geplanter Aufstellungsbeschluss zu dem Wohngebiet, mit dem der Investor grünes Licht für die weitere Planung bekommen hätte, wurde nach einem Antrag von Michael Handtke (CDU-Fraktion) schließlich verschoben und erneut in die Ausschüsse verwiesen.

Osterburg – „Brauchen wir dieses Wohngebiet wirklich“, fragte Lars Henning Bauamtsleiter Matthias Köberle. Dieser verwies auf den Flächennutzungsplan, in dem auch neue Gebiete für Wohngebiete eingezeichnet seien. Die Antwort darauf, warum dies der Fall ist, blieb er jedoch schuldig. Wie Bürgermeister Nico Schulz (FW) war Köberle für das Projekt, bei dem es sich um ein Bauvorhaben eines privaten Investors handele. Der Verzicht auf die Pläne würde die Stadtentwicklung behindern, argumentierte Köberle. Doch dies überzeugte mehrere Stadträte nicht.

Jürgen Emanuel (Die Linke) etwa begründete seine Ablehnung damit, dass die Zuwegung zu dem Wohngebiet entgegen ersten Plänen nun nicht mehr über die Bismarker Straße, sondern über den Schwarzen Weg erfolgen soll (AZ berichtete). Grund hierfür ist, dass der Investor sich nicht mit dem Eigentümer eines großen Grundstückes einigen konnte, sodass das geplante Gebiet nun 5000 Quadratmeter kleiner wird. „Viele von uns Stadträten waren am Anfang Feuer und Flamme für das Projekt. Mit der geänderten Zuwegung ist dies bei mir nicht mehr der Fall“. Er sehe zu viele offene Fragen.

Sven Engel (CDU-Fraktion) bemängelte die seiner Meinung nach schwindenden Grünflächen in der Kernstadt. Wir haben die seggewiesen und die Werderwiesen. Viel bleibt da nicht mehr übrig, wo man im Grünen spazieren gehen kann, wenn hier ein weiteres Wohngebiet entsteht.

David Elsholz (Grüne) sprach sich dafür aus, bei den Planungen des Wohngebietes die Anwohner mit ins Boot zu holen. Sollte es zu einem Bau kommen, solle der Stadtrat „maximalen Einfluss nehmen“.

Für das Wohngebiet sprach sich Steffen Seifert. Der Erxlebener Ortsbürgermeister wisse aus seiner beruflichen Tätigkeit, dass der Bedarf an Einfamilienhäusern in Osterburg vorhanden sei und Interessenten teilweise abgesagt werden müsse, weil kein Bauland vorhanden sei.

Neue Flächen für Bürger, die ein Haus bauen wollen, entstehen durch das neue Wohngebiet aber nicht, denn der Investor wird selbst Wohnungen bauen. Ob es sich hierbei überwiegend um Miet- oder Eigentumswohnungen handeln wird, konnte in der Sitzung nicht beantwortet werden. Dies wisse man nicht, so Köberle.

Laut Bürgermeister Nico Schulz sollen durch das Wohngebiet nicht zuletzt Familien mit Kindern nach Osterburg gelockt werden. Diese würden oft nicht in großen Wohnblöcken wohnen wollen.

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