Kritik an Investition

Zum Anschluss gezwungen: Kleinkläranlagen entstehen in Losenrade und Steinfelde

Während in Losenrade und Steinfelde für die Grundstückseigentümer Anschlusszwang besteht, soll das einige Häuser weiter in Eickerhöfe nicht der Fall sein.
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Während in Losenrade und Steinfelde für die Grundstückseigentümer Anschlusszwang besteht, soll das einige Häuser weiter in Eickerhöfe nicht der Fall sein.

Seehausen – Grundstücke in Losenrade und Steinfelde sollen noch in diesem Jahr abwassertechnisch durch den Wasserverband Stendal-Osterburg (WVSO) erschlossen werden.

Wie das technisch abläuft, stellte Olaf Schmidt, Investbauleiter beim WVSO, während der jüngsten Seehäuser Stadtratsitzung vor. Schon in den Jahren 1992 bis 1994 wurden Kanal- und Leitungsnetz für circa 1,2 Millionen DM dort verlegt. Über Druckleitungen sollte dann das Abwasser zur Anlage in Seehausen gepumpt werden. Aus wirtschaftlichen Gründen wurde das Vorhaben jedoch verworfen. Einwohner in den genannten Ortsteilen nutzen ihre privaten Klärgruben bis heute.

Anfang nächsten Jahres wird das vorbei sein. Es herrscht Anschlusszwang. Wohl oder übel müssen die Nordaltmärker in den sauren Apfel beißen. Erbaut davon sind einige nicht, wie beispielsweise Susanne Bohlander, die in Steinfelde wohnt und dem Seehäuser Stadtrat angehört. „Einwohner in Losenrade und Steinfelde fragen sich, wieso sie für eine Entscheidung des Wasserverbands bezahlen sollen, die dieser vor 25 Jahren traf und was sich offenbar in der Praxis nicht bewährt hat. Warum sollen die Einwohner den teuren Abwasseranschluss bezahlen und bereits einige Häuser weiter in Eickerhöfe und in den Nachbardörfern ist von Anschlusszwang keine Rede mehr“, ärgert sich die Kommunalpolitikerin, die der Fraktion Linke/Grüne angehört. Bohlander weiter: „Der Wasserverband ist ein Zweckverband und ist laut Satzung dem Gemeinwohl verpflichtet.“

Trotz ihres Unmuts – aufhalten kann die Steinfelderin die Investition des WVSO nicht. Im nächsten Monat werden die vorbereitenden Arbeiten laufen, im August beginnt die bauliche Tätigkeit. Anfang des nächsten Jahres können und müssen die Grundstücke an die insgesamt drei Kleinkläranlagen angeschlossen werden. Dann werden für die Grundstücksbesitzer Baukostenzuschüsse und Hausanschlusskosten fällig, die laut Bohlander kostenintensiv ausfallen. „Der Bau einer privaten Kleinkläranlage wäre für 5000 bis 6000 Euro preisgünstiger.“ Olaf Schmidt ist da anderer Meinung. „Die Preise haben mächtig angezogen. Für 5000 bis 6000 Euro ist nichts zu bekommen.“ In nächster Zeit soll es in Losenrade zur Investition des Wasserverbandes noch eine Einwohnerversammlung geben.

VON THOMAS WESTERMANN

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