Angriffsenergie des Gegners nutzen

Der französische Meister Adrian Halm (kniend) - Träger des 7. Dan - leitet wieder den Lehrgang in Osterburg, an dem auch Italiener teilnehmen.

Osterburg - Von Jörg Gerber. Trainer und Lehrgangsteilnehmer waren im vergangenen Jahr begeistert von den Möglichkeiten an der Osterburger Landessportschule. So organisierte jetzt der PSV Magdeburg erneut einen weiteren Aikido-Lehrgang in Osterburg. Geleitet vom französischen Meister Adrian Halm - Träger des 7. Dan.

Aikido ist eine japanische Kampfkunst, die Anfang des 20. Jahrhunderts von dem Japaner Morihei Ueshiba entwickelt wurde. Die Techniken des Aikido sind vom Aiki-JuJutsu sowie dem Schwertkampf geprägt. Typisch sind die kreisrunden und spiralförmigen Techniken, mit denen die Angriffsenergie des Gegners nutzbar gemacht und verstärkt auf den Angreifer zurückgeführt wird. Aikido ist eine überwiegend defensive Kampfkunst gegen bewaffnete und unbewaffnete Angreifer. Aikido enthält neben waffenlosen Techniken (Tai-Jutsu) auch den Umgang mit dem Langstock (Aiki-Jo) und dem japanischen Schwert (Aiki-Ken). Diese drei Grundelemente ergeben zusammen die Kunst des Aikido.

Das klassische Aikido kennt keine Wettkämpfe und lehnt jede Form des aktiven Angriffes ab. Es gibt keine Gewichts- oder Altersklassen und ist für Frauen und Männer gleichermaßen geeignet.

Aikido beruht auf einem geschulten und disziplinierten Willen als lenkende Kraft (KI) und dem Vermögen, Gedanken und Handlungen in Harmonie (AI) zu koordinieren. Ähnlich wie bei ZEN-Praktiken werden auch im Aikido Körperhaltungen und Einstellungen trainiert, die diesen Weg (DO) erleichtern und fördern sollen.

Dabei handelt es sich um eine relativ junge Kampfkunst, die ausschließlich der Selbstverteidigung dienen sollte. Die Bundesrepublik Deutschland kam zum ersten Mal in den Jahren 1960 bis 1965 erwähnenswert mit Aikido in Berührung. Damals hielten verschiedene japanische Meister auch Prüfungen in Deutschland ab.

Den entscheidenden Impuls für seine Entwicklung erhielt das Aikido 1966 durch die Rückkehr von Gerd Wischnewski als 2. Dan-Aikido aus Japan. Meister Wischnewski hat während eines mehrjährigen Japan-Aufenthaltes als direkter Schüler bei Meister Ueshiba, der auch mit dem Ehrentitel „O-Sensei“ (Großmeister) angeredet wird, Aikido studiert und später zeitweise das Amt des Bundestrainers in der 1965 gegründeten Sektion Aikido im Deutschen Judobund (DJB) bekleidet.

In Magdeburg wurde 1991 die Abteilung Aikido im 1. Shotokan Karate Verein gegründet. Im vergangenen Jahr kamen die Kampfsportler das erste Mal nach Osterburg, um mit Meister Adrian Halm zu trainieren. Wieder waren die Sportler voll zufrieden und wenn es irgendwie möglich ist, dann wollen sie auch 2011 wieder an die Sportschule nach Osterburg kommen.

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