Flagge zeigen und animieren

Aktion: 50 Nistkästen selbst gebaut und in Osterburg aufgehängt

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Dem Aufruf von Fabian Rieger (auf der Leiter) und Helmut Sasse (r.) folgend, traf sich mehr als ein Dutzend Unterstützer, um 50 von den Initiatoren selbst gebaute Nistkästen in Osterburg aufzuhängen.

Osterburg – Immer weniger Insekten, immer weniger heimische Vögel – eine Entwicklung, der man doch nicht tatenlos zusehen könne. Mit diesen Gedanken stieß der Osterburger Fabian Rieger bei Ehrenamts-Tausendsassa Helmut Sasse aus Rohrbeck natürlich auf offene Ohren.

Gesagt, getan! Und schnell war der Nistkasten-Bau für das Osterburger Stadtgebiet beschlossene Sache.

Von dieser war Vater Martin Rieger ebenso begeistert. So baute das Trio „genau 50 Nistkästen“. Übrigens ausschließlich aus recyceltem Material: „Wir haben nichts gekauft“, sagt Fabian Rieger. Baugleich mit zwei unterschiedlichen Einflugoptionen, ergänzt Helmut Sasse. Für Spatzen und Meisen mit 32er Loch und mit 45er Loch unter anderem für Stare.

In mehreren Gruppen waren die Nistkasten-Aufhänger im Osterburger Stadtgebiet unterwegs.

Das erforderliche Einverständnis der Stadtverwaltung für das Engagement war eher Formsache. Die Problematik des Artenschutzes ist dort natürlich bekannt und das Geld für eigene Aktivitäten knapp bemessen.

Der erfolgreichen Vorbereitung folgte vergangene Woche der Aufruf zur Unterstützung beim Aufhängen (die AZ berichtete). Diesem folgend traf sich am Samstagvormittag gut ein Dutzend Natur- und Umweltfreunde auf dem Spielplatz an der Heinrich-Eckholt-Allee. Fabian Rieger informierte zunächst über die Aktion und künftige Vorhaben.

Weitere Nistkästen sollen nämlich folgen „und nicht erst im nächsten Jahr“. Darüber hinaus sollen die neuen Brutstätten beobachtet und im Jahresabstand gesäubert werden. Vorstellen können sich die Akteure auch den gemeinschaftlichen Bau von Nistkästen und auch Insektenhotels. Durchaus denkbar seien in dem Zusammenhang verschiedene nachhaltige Projekte mit Kindern und Jugendlichen.

Helmut Sasse gab schließlich noch einige Tipps für das richtige Aufhängen. Der Rohrbecker kennt sich mit der Materie aus. In unterschiedlichen Initiativen, unter anderem mit dem Wische-Verein, sorgt er jährlich für rund 200 neue Nistkästen in der nordöstlichen Altmark.

In Osterburg sollten sie so aufgehängt werden, dass Passanten davon Notiz nehmen. Schließlich wolle man auch ein Zeichen setzen und möglichst viel Nachahmer animieren, die solche Brutstätten auf ihrem Grundstück oder im Garten ermöglichen. Ansonsten sollten die Nistkästen mit dem Einflugloch in süd- bis östlicher Richtung aufgehängt werden und nicht so leicht für Randalierer oder natürliche Feinde wie Waschbären erreichbar sein.

Dann schwärmten die Gruppen auch schon aus, um die neuen Nistkästen unter anderem im Bereich des Spielplatzes sowie an den Seggewiesen und Werderwiesen in geeignete Bäume zu hängen.

VON FRANK SCHUMANN

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