Christin Weiß zieht es nach der Arbeit in Österreich wieder in die Altmark

29-Jährige als Fachkraft in die Heimat zurückgekehrt

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Eine zufriedene und glückliche Osterburgerin auf der Schwiegermutterbrücke über der Biese. Christin Weiß und Hund „Rocco“ fühlen sich in Osterburg angekommen. Heimat sei eben doch Heimat.

Osterburg. Nach dem Abitur im Jahr 2007 ging es für die Osterburgerin Christin Weiß nach Rostock, um eine Ausbildung zur staatlich anerkannten Ergotherapeutin zu absolvieren.

Auf Empfehlung der Eltern und aus eigenem Interesse nahm sie diese Chance wahr, um Berufs- und Lebenserfahrungen zu sammeln. „Dabei stand für mich aber schon damals fest, dass ich wiederkommen werde. “ Nach vier Jahren an der Küste kam die Biesestädterin zurück. Allerdings erst einmal nur für ein freies soziales Jahr. Die beruflichen Chancen in der Heimat standen damals eher schlecht und Weiß machte sich deshalb erneut auf, um nötige Erfahrungen zu sammeln und sich weiterzubilden.

Die junge Frau fand für die nächsten Jahre ihr Zuhause im österreichischen Lustenau im Vorarlberg. Sie arbeitete in der dortigen „Lebenshilfe“, machte eine Weiterbildung als Autismuscoach in Innsbruck und war ab sofort gefragt als Ansprechpartnerin in sämtlichen Einrichtungen zum Thema Autismus. Das heißt: beratende Funktion im Alltag, für Betreuer, Schule, Menschen mit Autismusspektrum und deren Angehörige. Hinzu kamen Weiterbildungen in Gesundheits- und Krankenpflege sowie das Arbeiten auf einer Wachkomastation.

Gute Verdienstmöglichkeiten und leben, wo andere Urlaub machen, waren für Weiß aber auf Dauer keine stichfesten Argumente: „Ich war dort nie wirklich zu Hause. Mir fehlten Familie, Freunde, mein Osterburg.“ Urlaube wurden generell in die Heimat verlegt, um die Akkus aufzuladen. Nach fünf Jahren Österreich bot sich im Juli 2017 dann die Chance an, eine Arbeitsstelle in Stendal anzutreten, die sie auch sofort annahm. Der Gedanke, freiwillig wieder in die Heimat zurückzukehren, und „alles Gute“ aufzugeben, stieß im Bekanntenkreis nicht nur auf Verständnis. „Aber das war mir egal. Das nützt mir alles nichts, wenn ich nicht dort sein kann, wo meine Wurzeln sind.“

Der Schritt wieder zurück in die Heimat war für die 29-Jährige mehr als richtig. „Ich war vor allem überrascht, wie sehr doch Fachkräfte in der Altmark in der heutigen Zeit gebraucht werden.“ Mittlerweile hat sie ihre Wirkungsstätte als Mitarbeiterin im Wohnhaus der Osterburger Lebenshilfe an der Ernst-Thälmann-Straße gefunden und ist überglücklich. Der Arbeitsweg beträgt nur fünf Minuten.

In all der Zeit war Labradormischling „Rocco“ immer ein treuer Begleiter und ein elementarer Bestandteil, der ihr den nötigen Halt gab und nach wie vor gibt. „Ich möchte hier nie mehr weg. Ich gehöre einfach hierher“, bekräftigte Weiß ihre Entscheidung, in die Heimat Osterburg zurückzukehren, abschließend im AZ-Gespräch.

Von Stephan Metzker

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