Stadt will mit Sponsoringgeldern helfen

Corona schröpft Vereine

Karneval in Osterburg. In diesem Jahr war kein Umzug möglich. 2019 fand der Letzte statt
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Aufgrund der Corona-Pandemie gab es in diesem Jahr keinen Straßenkarneval. Damit fielen Einnahmen weg. Ähnliches gilt für weitere Vereine. Die Stadt plant, Sponsoringgelder gezielt an Vereine in Not zu verteilen.
  • Tobias Henke
    vonTobias Henke
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Das Vereinsleben, egal ob im Sport- oder Kulturbereich, liegt derzeit brach. Wenn keine Veranstaltungen stattfinden können, gehen die Einnahmen abgesehen von den Mitgliedsbeiträgen gegen null. Der im vergangenen Jahr aufgelegte Corona-Hilfsfonds der Osterburger Verwaltung soll in diesem Jahr in abgewandelter Form neu aufgelegt werden.

Osterburg – „Da die Erfahrungen des letzten Jahres zeigten, dass ein gesonderter Hilfsfonds nicht unbedingt zielführend ist, haben wir dem Stadtrat vorgeschlagen, die Antragsfrist für das Rahmensponsoring auf den 30. September zu verlängern und durch den Hauptausschuss Kriterien für die Verteilung festlegen zu lassen. Dadurch soll ein gesonderter Fonds vermieden werden“, sagt Kämmerer Detlef Kränzel. Einen expliziten Corona-Hilfsfonds wird es in diesem Jahr nicht geben. „Es handelt sich also nicht um einen Corona-Hilfsfonds, der zu 100 Prozent aus dem Rahmensponsoring gespeist wird, sondern um das Rahmensponsoring für welches durch den Hauptausschuss Kriterien zur Verteilung festgelegt werden müssen. Dabei könnte auch ein Kriterium sein, Vereine die durch Corona unverschuldet in Not geraten sind“, erläutert Kränzel.

Zu den Vereinen, die durch ihre Auftritte nennenswerte Einnahmen erzielen, gehören die Osterburger Blasmusikanten. „Unsere Rücklagen sind bald nicht mehr vorhanden“, sagt Vereinsvorsitzender Rüdiger Mallohn. Die Kosten dagegen müssten weiterhin gezahlt werden. „Dazu zählt zum Beispiel die Miete für unseren Proberaum und auch Versicherungen. Wir werden auf jeden Fall auch in diesem Jahr einen Antrag auf finanzielle Unterstützung bei der Stadt stellen.“ Gut findet Mallohn die Regelung, wonach geplant ist, die Frist für die Antragsstellung bis Ende September zu verlängern, da dann auch der Verein noch genauer Überblick über die finanzielle Lage habe. „Vielleicht dürfen wir ja bald wieder auftreten“, hofft der Vorsitzende der Blasmusikanten.

Finanziell gebeutelt sind auch die Fußballer des Osterburger FC, dem in dieser Saison sämtliche Zuschauereinnahmen weggebrochen sind, da nicht gespielt werden darf. „Unsere Startgelder müssen wir trotzdem zahlen“, sagt Sven Metzlaff, Vorsitzender des OFC. Dazu kommen Kosten für die Nutzung der Trainingsmöglichkeiten der Landessportschule. Zu allem Überfluss wurde dem Verein jüngst auch noch eine vierstellige Strafe auferlegt. „Wenn Vereine entsprechend der Zahl ihrer Mannschaften nicht genügend Schiedsrichter stellen, müssen sie eine Strafe zahlen. Ob das in diesen Zeiten so sein muss, sei mal dahingestellt.“ Auch der OFC wird aller Voraussicht nach einen Antrag stellen, sobald die Kriterien für den Erhalt von Geldern aus dem Stadtsponsoring festgelegt wurden.

Dasselbe will auch die Osterburger Carnevals-Gesellschaft (OCG) machen. „Natürlich müssen wir erst die genauen Kriterien kennen, aber wahrscheinlich werden wir einen Antrag stellen“, so OCG-Vorsitzender Dennis Kathke gegenüber der AZ. Den Karnevalisten sind in diesem Jahr sämtliche Einnahmen weggebrochen. „Man muss dazu sagen, dass fast sämtliche Einnahmen aus unseren Veranstaltungen auch durch Kosten, die wir haben, verbraucht werden.“ Hierzu zählen etwa die Miete für die Proben der Tanzgruppen, die zurzeit wieder in der Turnhalle am Gymnasium stattfinden und auch die Kostüme für die Gruppen.“

Trotz der durch Corona bedingten schwierigen wirtschaftlichen Lage, verbreitet Kathke Optimismus und hofft, dass man in der nächsten Saison ab November wieder auftreten kann. „Wir bereiten uns jedenfalls darauf vor.“

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