Naturschutz-Projekt des BUND am Grünen Band

Zwischen Brome und Steimke: Neuer Lebensraum für Schlingnatter

Naturschutz am Grünen Band: Mit schwerer Technik werden Kiefern und Birken am ehemaligen Grenzstreifen entfernt, die dort seit der Wende gewachsen sind. Damit will der BUND wieder Lebensraum für gefährdete Arten schaffen.
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Naturschutz am Grünen Band: Mit schwerer Technik werden Kiefern und Birken am ehemaligen Grenzstreifen entfernt, die dort seit der Wende gewachsen sind. Damit will der BUND wieder Lebensraum für gefährdete Arten schaffen.

Steimke – Einen neuen Lebensraum für gefährdete Arten wie die Schlingnatter und das Läusekraut zu schaffen, ist das Ziel des Naturschutz-Projektes, das der BUND Sachsen-Anhalt zurzeit am Grünen Band zwischen Brome und Steimke umsetzt.

Das Programm mit dem Titel Arten-Sofortförderung läuft seit 2019 und noch bis 2021, informierte BUND-Projektleiter Dieter Leupold.

Die Naturschutzmaßnahmen haben Ende Dezember begonnen und finden im NATURA-2000-Gebiet und Naturschutzgebiet „Ohre-Aue“, einem Teilbereich des sogenannten „Bromer Busches“, statt. Das Gebiet ist zudem FFH-Gebiet (Fauna-Flora-Habitat) und somit zusätzlich europarechtlich geschützt.

René Fonger (l.) und Dieter Leupold vom BUND auf einer bereits beräumten Fläche.

Der ehemalige Grenzstreifen, jetzt Grünes Band Sachsen-Anhalt, ist seit 1990 fast komplett mit Bäumen zugewachsen. Nur einige kleine Teilflächen sind mit Heide und Pfeifengraswiesen erhalten geblieben – auch nur durch entsprechende Pflegemaßnahmen in den letzten Jahren. Nun sollen weitere Teile des nach 1990 gewachsenen Baumbestandes, überwiegend junge Kiefern und Birken, auf einer Fläche von knapp fünf Hektar entfernt werden. Denn wertvolle Offenlandlebensräume in diesem Gebiet haben seit 1990 dramatische Verluste erlitten, erklärte Leupold. Mit der Abholzung werde zugleich die Verpflichtung aus der FFH-Richtlinie erfüllt: einen günstigen Erhaltungszustand zu gewinnen bzw. wiederherzustellen. In Zukunft soll eine regelmäßige Pflege, in Form von Beweidung bzw. Mahd dafür sorgen, dass die Flächen nicht wieder zuwachsen. Die Maßnahme wird mit Geldern des Ministeriums für Umwelt, Landwirtschaft und Energie des Landes Sachsen-Anhalt gefördert. Für die gesamte Altmark koste das Programm knapp 300 000 Euro, sagte Leupold.

Offenlandlebensräume auf nährstoffarmen Standorten sind in unserer intensiv genutzten Kulturlandschaft fast verschwunden. Sie bieten vielen Pflanzen und Tieren Lebensräume, die sie ansonsten nicht mehr hätten. Beispiele sind das Waldläusekraut, der Sumpfbärlapp, der Königsfarn und die Glockenheide. Auch die Fauna des Gebietes, beispielsweise die Schlingnatter und zahlreiche Schmetterlinge, profitiert von den Freistellungen.

VON CHRISTIAN REUTER

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