Von 1965 bis 1967 bereitete Alfred Lehr die Gründung der Jagdhornbläser vor

Zwei Jahre geworben

Jeden Mittwoch wird in der evangelischen Familienbildungsstätte (EFA) in Klötze geprobt. Derzeit bereiten sich die Klötzer Jagdhornbläser intensiv auf das Jubiläum am 10. September vor, bei dem auch Ehemalige in der Gruppe mitspielen werden.
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Jeden Mittwoch wird in der evangelischen Familienbildungsstätte (EFA) in Klötze geprobt. Derzeit bereiten sich die Klötzer Jagdhornbläser intensiv auf das Jubiläum am 10. September vor, bei dem auch Ehemalige in der Gruppe mitspielen werden.
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    vonMonika Schmidt
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Klötze. „Es hat mir immer Spaß gemacht. “ Dr. Alfred Lehr blickt mit Stolz auf seine Jagdhornbläser, die sich jeden Mittwoch in der evangelischen Familienbildungsstätte (EFA) in Klötze zur Probe treffen.

In diesem Jahr wird etwas intensiver geprobt, denn beim Tag des Waldes, am 10. September, begeht die Gruppe ihr 50-jähriges Bestehen. Ins Leben gerufen wurde sie vor 50 Jahren vom „Doktor“, wie er von seinen Mitbläsern liebevoll genannt wird.

„Ich habe immer schon Musik gemacht“, erinnert sich der 86-Jährige im AZ-Gespräch. Allerdings zunächst mit der Trommel in einer Kapelle. Als Lehr 1965 als Kreistierarzt von Rätzlingen nach Klötze kam, hatte er zwei wichtige Aufträge im Gepäck: den Aufbau einer Kapelle und eines Chores. „Der Chor wurde als Erster wieder ins Leben gerufen“, erinnert er sich. Doch auch die Bläsergruppe ließ nicht lange auf sich warten. „Es gab eine in Klötze, die wiederbelebt werden sollte“, blickt der Senior zurück. Die LPG stellte Geld zur Verfügung, sodass zwölf Musiker ausgestattet werden konnten. Zwei Jahre, von 1965 bis 1967, dauerte der Aufbau der Jagdhornbläsergruppe. „Ich habe zwei Jahre gebraucht, um Werbung dafür zu machen“, erinnert sich Dr. Lehr.

Dr. Alfred Lehr rief die Bläsergruppe 1967 ins Leben.

Mit Erfolg: Es gab später sogar eine Jugend- und eine Erwachsenengruppe. Die Mitglieder wechselten immer wieder. Vor allem bei den Jugendlichen, die mit zunehmendem Alter andere Interessen entwickelten. Die Verbindung zu den Klötzer Jagdhornbläsern blieb aber auch bei den Ehemaligen: „Zum 30-jährigen Bestehen haben wir 30 Bläser zusammenbekommen“, erinnert sich Dr. Lehr. Zum 50-jährigen Bestehen am 10. September sollen ebenfalls wieder Ehemalige mit dabei sein, „aber 50 werden wir sicher nicht“, vermutet er lachend. Vier Gründungsmitglieder der Bläsergruppe, die von 1993 bis 2008 als eingetragener Verein agierte, leben noch. Von 10 bis 14 Uhr werden beim Waldtag im Zartau verschiedene Bläsergruppe abwechselnd mit den Klötzer Jubilaren spielen. „Den ganzen Tag über sind mehrere Auftritte geplant“, kündigt Dietrich Raapke an. Derzeit gehören zu den Klötzer Jagdhornbläsern 16 Mitglieder. Vier Anfänger sind derzeit dabei, weitere Interessenten können sich gern mittwochs bei der Probe melden.

Einer der Ehemaligen, der dafür wieder mit den Klötzern probt, ist Dr. Lehrs Bruder Klaus. Mittwochs kommt er extra aus Salzwedel nach Klötze gefahren, um mit den Bläsern die Signale und Lieder einzuüben. Eine Zeit lang war Dr. Klaus Lehr auch Leiter der Klötzer Jagdhornbläser, da sein Bruder krankheitsbedingt ausgefallen war. Inzwischen hat Alfred Lehr das Ruder ganz an Jüngere übergeben, bläst aber immer noch in der ersten Reihe mit. Und umrahmt die Auftritte der Gruppe mit zahlreichen Gedichten, beispielsweise beim Klötzer Neujahrsschießen, wo die Bläser stets das Rahmenprogramm bestreiten.

30 bis 35 Auftritte im Jahr absolvieren die Klötzer Jagdhornbläser, wie aus der von Jörg Stelling geführten Chronik hervorgeht. Besonders die Auftritte in Brome, die nach der Wende an der Burg möglich waren, aber auch ein Auftritt beim Tag der Niedersachsen in Holzminden im Juni 2004 blieben den Bläsern in guter Erinnerung.

Neben den jagdlichen Signalen spielen sie auch Volkslieder. „Sie sollten aber schon einen Bezug zur Natur oder zur Jagd haben“, findet Dietrich Raapke. Auch Weihnachtslieder bringen die Bläser zu Gehör, sind bei zahlreichen Weihnachtsmärkten und dem Turmblasen in Immekath mit ihren Instrumenten vertreten. Ob es ein Lieblingslied oder -signal gibt?, so die Frage an die Bläser. „Vielleicht das Signal Zum Essen“, fällt Jörg Stelling spontan eine Antwort ein.

Von Monika Schmidt

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