Zusammenschluss noch zu klein

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SPD-Landtagsabgeordneter Jürgen Barth (r.) besuchte den stellvertretenden Vorsitzenden der Forstwirtschaftlichen Vereinigung Altmark, Hans-Joachim Lüdecke, in Klötze.

Klötze - von Matthias Mittank. Die Forstwirtschaft in der Altmark steht vor großen Herausforderungen. Das wurde beim Besuch des SPD-Landtagsabgeordneten Jürgen Barth bei der Forstwirtschaftlichen Vereinigung Altmark in Klötze deutlich.

So seien die Folgen, die der Schneebruch im Dezember für den einzelnen Waldbesitzer nach sich ziehen wird, noch gar nicht absehbar, erklärte Hans-Joachim Lüdecke. „Es kommt Holz im besten Wachstumsalter auf dem Markt, das erst in 50 bis 60 Jahren geerntet werden sollte“, so der stellvertretende Vorsitzende der Vereinigung. Manches Holz könne noch als Industrieholz verwendet werden, doch ein Großteil wird geschreddert zu Holzhackschnitzeln oder als Brennholz am eigentlichen Holzmarkt vorbeigehen. Hinzu kommt, dass große Flächen neu aufgeforstet werden müssen. Zudem zeichne sich der Trend ab, dass extreme Wetterereignisse wie der Orkan Kyrill, einzelne Tornados und der jüngste Schneebruch zunehmen.

Um die vielen Aufgaben der kommenden Jahre effektiv angehen zu können, müsse die Forstwirtschaftliche Vereinigung Altmark gestärkt werden, ist Hans-Joachim Lüdecke überzeugt. Derzeit gehören dem Zusammenschluss, der im September 2009 aus der Taufe gehoben wurde, fünf Forstbetriebsgemeinschaften (FBG) sowie drei Forstbetriebe mit einer Gesamtfläche von etwa 17 000 Hektar Wald an. Die Vereinigung finanziert sich über Mitgliedsbeiträge und forstliche Fördermittel. Als Dienstleister bündelt sie unter anderem den Holzverkauf der Mitglieder, handelt vorteilhafte Konditionen und Vertragsabschlüsse aus und unterstützt die FBG-Vorstände bei der Vereinsführung. Hierfür wurde neueste Technik und Software angeschafft, die einen reibungslosen Ablauf zulassen. Entfernungen spielen dank Internet keine Rolle. Doch um Vollzeitkräfte beschäftigen zu können, ist der Zusammenschluss noch zu klein.

„30 000 bis 50 000 Hektar Wald sollten es dafür schon sein“, schätzt Hans-Joachim Lüdecke. Nach der Gründung blieb der Zulauf jedoch aus. Die Mitgliederwerbung gestaltet sich derzeit schwierig. Zu groß sind die Unsicherheiten, die beispielsweise die künftige Förderung betreffen.

„2013 wird es eine neue Förderrichtlinie geben. Dass bislang über die Weiterführung der Holzmobilisierungsprämie nichts zu hören war, macht mich stutzig“, gab der stellvertretende Vorsitzende die Ängste der Mitglieder wieder. Es sei abzusehen, dass weniger Fördermittel fließen. Um künftig die Bewirtschaftung des kleinstrukturierten Privatwaldes besser meistern zu können, sei daher ein effektiverer Einsatz von Fördermitteln sowie eine größere und selbstständigere Vereinigung wichtig, so Hans-Joachim Lüdecke. An der Eigenständigkeit der FBGen und der Notwendigkeit der Betreuungsförster soll dabei nicht gerüttelt werden.

Jürgen Barth stimmte den Ausführungen zu. Bei den vielen kleinen Privatwaldbesitzern sei es vorteilhaft, größere Zusammenschlüsse zu bilden – auch im Interesse der Holzindustrie, die mit den Werken in Arneburg und Nettgau in der Region stark vertreten ist. Schließlich gebe es im Privatwald bekanntlich die größten Reserven an Holz, so der Politiker. An der Holzmobilisierungsprämie müsse daher festgehalten werden. Auch eine neue Forststruktur sei von Nöten. „Die SPD will den Landeswald und die Betreuungsforstämter wieder zu einer Einheit zusammenführen“, informierte Jürgen Barth. Dadurch könne das Personal wieder besser zusammenarbeiten. Der Landtagsabgeordnete sicherte zudem zu, sich bei den Diskussionen um den nächsten Doppelhaushalt 2012/2013 des Landes für die Belange der Forstwirtschaft einsetzen zu wollen.

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