Die Zukunft hält Einzug

Das Klassenzimmer der Zukunft hält in Kusey Einzug. Vom Schreiben an der Tafel wird abgerückt, dafür bekommt jeder Schüler einen Laptop.

Klötze - Von Monika Schmidt. Das Pilotprojekt „Virtuelles Klassenzimmer“ kann starten: „Wir haben die entsprechende Tafel schon von der Uni Magdeburg geholt“, informierte Bürgermeister Matthias Mann am Mittwochabend den Hauptausschuss.

Die Stadt hatte eine Idee von Dr. Henry Herper aus Kusey aufgegriffen. Er ist an der Uni Magdeburg für die Lehramtsausbildung zuständig und hat ein Pilotprojekt initiiert. In den Osterferien gab es einen Testlauf in der Landeshauptstadt, die Sommerferien sollen genutzt werden, um an der Kuseyer Grundschule einen Testlauf für das Klassenzimmer der Zukunft zu machen.

Mit dem DSL-Anbieter in Kusey hat die Stadt bereits gesprochen, es wird eine Richtfunkstrecke eingerichtet. Der entsprechende Mast dazu wurde am Mittwoch installiert. In der kommenden Woche soll die Antenne angebracht werden. Dann wird Dr. Henry Herper einen Klassensatz Laptops nach Kusey bringen, die mit der „virtuellen Tafel“ verbunden werden können.

Die Sommerferien sollen genutzt werden, damit sich die Kuseyer Grundschullehrerinnen mit dem neuen System vertraut machen können. Der Bürgermeister freute sich über das Engagement der Kuseyer Lehrerinnen, die sich sofort bereit gefunden hatten, mit dem virtuellen Klassenzimmer zu arbeiten. Im Frühjahr hatten sich die Kuseyer Lehrerinnen sowie Vertreter der Stadtverwaltung von Henry Herper das Projekt an der Uni Magdeburg vorstellen lassen: Alle Schüler und der Lehrer bekommen einen Laptop, die miteinander vernetzt sind. Auf den Rechnern ist eine Lernwerkstatt für die Grundschule installiert, mit der die Schüler arbeiten können. Geplant ist es, dass die Laptops auch mit nach Hause genommen werden können, um sie dort für die Hausaufgaben zu nutzen. Computervernetzter Unterricht ist das Klassenzimmer der Zukunft. In Deutschland gibt es dabei aber noch einigen Nachholbedarf. So sind in England schon 70 Prozent der Schulen als virtuelles Klassenzimmer ausgestattet, in Deutschland sind es gerade mal sieben Prozent. Mit dem Pilotprojekt für die Altmark soll nun dafür gesorgt werden, dass die Quote in Deutschland bald ansteigt.

Bis November soll die Anlage in Kusey installiert bleiben. „Das Modell ist einmalig in der Altmark“, informierte Matthias Mann. Deshalb sollen auch andere interessierte Grundschulen die Gelegenheit bekommen, bei einem Besuch in Kusey sich mit dieser neuen Unterrichtsform vertraut zu machen. „Andere Grundschulen können gerne in Kusey zu Gast sein“, kündigte er an.

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