Klötzer Handarbeitsgruppe suchte nach einem Projekt: Mützen, Schuhe und Decken sollen wärmen

Wollfaden strickt für Frühchen

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Niedliche Mini-Schühchen, Mützen in verschiedenen kleinen Größen und kleine Decken zum Wärmen im Inkubator haben die Frauen der Klötzer Handarbeitsgruppe Wollfaden gestrickt und gehäkelt. Sie wollen damit die Frühchen- und Geburtsstationen in Gardelegen, Stendal und Magdeburg unterstützen.

Klötze. Wenn sich die Frauen der Handarbeitsgruppe Wollfaden montags in der evangelischen Familienbildungsstätte (EFA) in Klötze treffen, geht es turbulent zu. Alle erzählen durcheinander, es wird ein bisschen gewitzelt und gefrotzelt, gleichzeitig über ein neues Strickmuster gesprochen und ein paar Neuigkeiten ausgetauscht.

Dazu gibt es Kaffee und Tee – wenn beispielsweise jemand Geburtstag hatte – Kuchen oder Schnittchen. „Ansonsten haben wir immer ein paar Kekse parat“, erklärt Gruppensprecherin Rita Thon. Doch den Frauen geht es nicht um den Kaffeeklatsch, sie wollen auch etwas Gutes tun. „Wir haben nach einem Projekt gesucht“, so Rita Thon weiter.

Das war im Gespräch untereinander schnell gefunden. Denn in der Familie einer der Handarbeitsfrauen kamen Frühchen zur Welt, die mit ganz kleinen Mützen und Decken zusätzlich zum Inkubator gewärmt wurden. „Das wäre doch etwas für uns als Projekt“, waren sich die 15 Frauen einig und suchten den Kontakt zu den Krankenhäusern in der Region. „Wir haben in den Krankenhäusern gefragt und die haben gesagt, sie nehmen das gerne“, erzählt Rita Thon. Nun stricken und häkeln die Wollfaden-Frauen für die Krankenhäuser in Magdeburg, Stendal und Gardelegen. Und freuen sich, wenn sie auf den Babyfotos in der Altmark-Zeitung die eine oder andere selbst gestrickte Mütze wiedererkennen.

Mehr als 50 Mützen in verschiedenen Größen, sechs kleine Decken und etwa zehn Paar kleine Schuhe haben die Frauen inzwischen angefertigt. Die Sachen werden in den nächsten Tagen in den Krankenhäusern abgegeben, erzählen die Frauen, während schon wieder fleißig die Stricknadeln klappern. Den Handarbeitsfrauen macht die neue Aufgabe, mit der sie nebenbei Gutes tun, nicht nur viel Spaß, sondern ist auch eine sinnvolle Verwendung für die Wollreste, die bei anderen Arbeiten übrig geblieben sind. Was für einen Schal nicht mehr reicht, ist für eine Babymütze mehr als genügend Garn.

Wie im Flug vergeht montags die Zeit. „In geselliger Runde macht das Handarbeiten noch mehr Spaß“, weiß Rita Thon. Zwischen sechs und alle 15 Mitglieder kommen montags in der Familienbildungsstätte zusammen. Eine gute Gelegenheit, sich bei einem kniffeligen Muster Tipps zu holen oder sich über verschiedene Materialien auszutauschen. Zweimal im Jahr trifft sich die Gruppe zudem, um gemeinsam Essen zu gehen. Auch gegrillt haben sie in der EFA schon. Dann bleiben die Handarbeitssachen aber in der Tasche. Für März haben die Frauen zudem einen Ausflug zur Handarbeitsmesse nach Braunschweig geplant. Wer da nicht mitfahren kann, kann sich beim nächsten Treffen montags über die neuesten Trends informieren lassen. „Das sind ganz klar Socken“, sind sich die Wollfaden-Frauen einig. Bei ihnen sind momentan aber auch Tücher, Loops und Schals die großen Renner beim Handarbeiten. Es werden aber auch Mützen und Westen gestrickt oder gehäkelt. „Pullover stricken ist im Augenblick nicht mehr so im Trend“, sind sich die Frauen einig. Aber ein Poncho als selbst gemachter Überwurf ist ein absoluter Hingucker.

Von Monika Schmidt

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