Kompetenzzentrum bestätigt Riss und Rudelvorkommen / DNA-Material gesichert

Wölfe reißen Damhirsch im Mehmker Forst

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Dieser Damhirsch wurde von zwei Wölfen bei Umfelde gerissen. Im Mehmker Forst lebt ein Rudel.

rl Umfelde. In der Nacht zum Sonntag haben mindestens zwei Wölfe auf einem Acker bei Umfelde einen Damhirsch gerissen. Dass es sich um Wölfe handelt, bestätigte Antje Weber vom Wolfskompetenzzentrum Iden, die am Sonntag vor Ort war und DNA-Material gesichert hat.

Wie Weber weiter informierte, gebe es im Mehmker Forst, zu dem auch das Waldgebiet „Risk“ gehört, mittlerweile ein Wolfsrudel von mindestens vier Tieren.

Damit trat sie den Aussagen von Hegeringleiter Herbert Janeke aus Peckensen entgegen, der Anfang Oktober von Einzelwölfen im „Risk“ sprach. Wie Antje Weber auf Anfrage der Altmark Zeitung weiter berichtete, werde der Wolf im Mehmker Forst bereits seit 2017 mit Fotofallen beobachtet, die auch derzeit noch angebracht seien. Die Beobachtungen hätten sogar dazu geführt, dass der Mehmker Forst als „Rudelterritorium“ seit Oktober 2018 anerkannt ist. „Der Wolf ist also auch bei uns heimisch geworden“, stellte der Umfelder Jäger Ronald Jacobs fest.

Der Riss des Damhirsches geschah nur wenige Meter neben einer Pferdeweide, auf der eine Stute mit ihrem Fohlen graste. Die große Frage, die sich Ronald Jacobs bei der weiter zunehmenden Wolfspopulation immer wieder stellt: „Wie lange ist die Weidetierhaltung unter dieser Entwicklung in Deutschland noch vorstellbar?“ Antje Weber wies darauf hin, dass zum Aufgabenfeld des Wolfskompetenzzentrums auch eine kostenlose Herdenschutzberatung gehört. Sie hofft auf weitere Informationen zu Wölfen in der Region: „Wer Wölfe oder deren Spuren gesehen hat, sollte sich an uns wenden. Wir sind über alle Informationen dankbar“, so Weber. Infos und Kontaktaufnahme unter www.lau.sachsen-anhalt.de.

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