„Es wird zu viel an Klötze angepasst“

Über die vom Stadtrat beschlossenen Gebührenerhöhungen, mit denen er nicht einverstanden ist, berichtete der Jahrstedter Ortsbürgermeister Uwe Bartels am Montag beim Ortschaftsrat in Böckwitz.

Böckwitz - Von Monika Schmidt. In regelmäßigen Abständen treffen sich die Mitglieder des Jahrstedter Ortschaftsrates im Ortsteil Böckwitz zur Sitzung und können dort jedes Mal mehr Einwohner begrüßen, als zur Sitzung ins Ortsbüro kommen. Und so entwickelte sich auch am Montagabend wieder einmal eine angeregte Diskussion über das aktuelle Geschehen in der Einheitsgemeinde Klötze. Dass die Hundesteuern ansteigen werden, befürchteten die Einwohner ebenso wie sie sich über die massiv gestiegenenen Friedhofsgebühren beklagten. „Kann man da gar nichts gegen machen?“, fragte Alwin Bock.

Das brachte Ortsbürgermeister Uwe Bartels zum zweiten Mal an diesem Abend dazu, zur derzeitigen Arbeit im Stadtrat Stellung zu nehmen. Schon in seinem Bericht hatte er auf die Steuererhöhungen im kommenden Jahr aufmerksam gemacht. „Das trifft nicht immer unsere Meinung als Ortsbürgermeister“, machte er deutlich. Aber die Beschlüsse würden mit demokratischer Mehrheit gefasst und müssten deshalb so hingenommen werden. „Wir sind mit der Situation nicht zufrieden, aber werden demokratisch überstimmt“, informierte er. Uwe Bartels bedauerte, dass die Lasten „nach unten weggedrückt werden“. Es komme ihm vor, dass wie zu DDR-Zeiten alles von oben bestimmt werde. „Wenn das weiter so geht, weiß ich nicht, wo das enden soll“, erklärte Uwe Bartels. Es gebe seiner Ansicht nach andere Stellen im Etat, wo gespart werden könne. So würden die Friedhofsgebühren in Jahrstedt für Doppelwahlgräber von 199 auf 500 Euro steigen, die Einzelgräber erhöhen sich von 81 auf 250 Euro. Auch die Grundsteuer A und B werden im kommenden Jahr erhöht. „Das ist mir persönlich zu viel und auch zu sehr an Klötze angepasst“, stellte Uwe Bartels klar. Der Jahrstedter Ortsbürgermeister würde sich stattdessen wünschen, dass bei Gebührenerhöhungen der Durchschnittswert der bisher eigenständigen Kommunen genommen werde und nicht der höchste Wert als neue Maßgabe. Schließlich leben in den Ortsteilen der Stadt genauso viel Menschen wie in der Stadt Klötze selbst. Das sollte bei der Anpassung der Gebühren stärker berücksichtigt werden.

Ebenso wie sein Immekather Amtskollege Hans-Jürgen Zeitz fühlte er sich beim Vorwurf von Bürgermeister Matthias Mann, einige Stadträte würden die Stadt gegen die Wand fahren, persönlich angesprochen. Dem Vorwurf widersprach Uwe Bartels vehement. „Ich distanziere mich von dem Vorwurf“, betonte er. Wünschenswert wäre es aus seiner Sicht, wenn es für die neuen Gebühren plausible Begründungen geben würde und es nicht nur hieße, die Gebühren werden laut Mustersatzung des Städte- und Gemeindebundes erhoben.

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