„Wir müssen Angebote machen“

Wegen der Nähe zum Gerätehaus soll die Dr. Schultz-Lupitz-Straße künftig „An der Feuerwehr“ bezeichnet werden.

Klötze  - Von Peter Lieske. „Es ist sinnvoll, dass wir uns positionieren und uns mit einem Votum in den Stadtrat einbringen.“ Mit diesen Worten warb Ortsbürgermeister Klaus Ewertowski am Donnerstagabend im Klötzer Ortschaftsrat dafür, Vorschläge für Straßennamen einzubringen, die mehrfach in der Einheitsgemeinde vorkommen. Und so gingen die Ratsmitglieder alle Straßennamen durch, die betroffen sind.

Die Bahnhofstraße, so informierte Klaus Ewertowski, komme auch in Kunrau, Kusey und Neuendorf vor. Sein Vorschlag: Der Name solle bleiben. Schließlich weise die Straße in Klötze die meisten Hausnummern auf. Schon wegen des Kreditinstituts dürfe der Name nicht geändert werden, meinte Klaus Hilmer und sagte: „Wegen der Banker muss der Name bleiben.“ Aber wenigstens auf einen Alternativvorschlag solle sich der Ortschaftsrat verständigen, für den Fall, dass der Vorschlag keine Mehrheit findet, meinte Carsten Behrend. Das wurde von den anderen Ratsmitgliedern kategorisch abgelehnt. Sein SPD-Fraktionskollege Jörg Kägebein machte deutlich, dass schon wegen des Geldinstituts und der Apotheke Kosten entstünden, die auf die Bürger umgelegt werden könnten. Zudem sei die Bahnhofstraße die längste von allen in der Einheitsgemeinde. Allein aus Wirtschaftlichkeitsgründen könne der Name nicht geändert werden. Mit dem Vermerk, dass die Gründe die gleichen seien, gab es auch für die Breite Straße keinen Änderungsvorschlag.

„Leidenschaftslos“, so Klaus Ewertowski, sollte der Stadtrat aber den Straßennamen für Nesenitz ändern. Dem Vorschlag der CDU-Fraktion, aus „Dorfstraße“ die „Nesenitzer Dorfstraße“ zu machen, folgte der Ortschaftsrat.

Ebenfalls geändert werden sollte die Dr. Schultz-Lupitz-Straße. „Kusey legt großen Wert darauf“, sagte der Ortsbürgermeister. Dass der Name geändert wird, darüber waren sich die Räte einig, allerdings folgten sie nicht seinem Vorschlag, diese Straße in die Bismarck-Straße zu integrieren. Carsten Behrend plädierte für einen neuen Straßennamen. Seine Begründung konnten die Ratsmitglieder gut nachvollziehen: Würden die Anwohner der Bismarck-Straße zugeschlagen, müssten sie ihre Hausnummern ändern. Manche schön gestaltete Nummer müsste entfernt werden. Den Namensvorschlag „An der neuen Feuerwehr“ lehnte Dieter Hartung ab. In 100 Jahren sei das Gerätehaus nicht mehr neu. Und so verständigten sich die Ortschaftsratsmitglieder auf den Namen „An der Feuerwehr“. Die Friedensstraße solle hingegen nicht geändert werden. Diese sei in Kusey „ziemlich klein“. Schon wegen des laufenden Förderantrags für den Ausbau der Friedensstraße in Klötze könne der Name nicht geändert werden, meinte Klaus Ewertowski. Dafür aber die Straße der Freundschaft, die es auch in Röwitz gibt. Den Vorschlag, diese in die Friedensstraße zu integrieren, zog der Ortsbürgermeister nach der Debatte um die Änderung der Hausnummern zurück. Stattdessen hatte Dieter Hartung schnell einen Vorschlag: den ehemaligen Namen der Friedensstraße: August-Mosel-Straße. Somit komme der alte Name gleich in der Nachbarschaft wieder zum Tragen.

Über die Gardelegener Straße wurde nicht mehr debattiert, weil Schwiesau bereits einen Vorschlag unterbreitet hatte. Aber auch die Oebisfelder Straße stand wegen ihrer Länge nicht zur Debatte.

Hingegen ließ Klaus Ewer-towski zur Schulstraße keinen Zweifel, diese zu ändern. „Die könnten wir opfern. Wir müssen schließlich auch Angebote machen.“ Mit Bezug auf die ehemalige Schule empfahl Claudia Bluhm (Die Linke), sie „Alte Schulstraße“ zu nennen. Der Vorschlag wurde angenommen.

Bei einer Enthaltung von Claudia Bluhm verständigte sich der Ortschaftsrat auf alle geänderten Namensvorschläge. Diese werden dem Stadtrat zur Entscheidung vorgelegt.

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