„Wir möchten es nicht missen“

Stadträte auf der Schulbank: In Kusey informierten sich die Kommunalpolitiker über das Projekt Klassenzimmer der Zukunft.

Kusey - Von Monika Schmidt. „Wir haben drei Anträge für unsere Grundschulen auf den Weg gebracht“, informierte der Klötzer Bürgermeister Matthias Mann am Dienstagabend die Mitglieder des Stadtrates. Sie hatten sich gemeinsam mit den Ortsbürgermeistern in der Kuseyer Grundschule getroffen, um sich über das Klassenzimmer der Zukunft zu informieren.

Mit Schuljahresbeginn wird in der dritten Klasse von Karin Bratz nicht mehr mit der gewohnten grünen Tafel, sondern mit einer interaktiven Tafel gearbeitet. Seit Dienstagabend hat die Schule für das Pilotprojekt auch die ersten sechs Notebooks. Langfristig soll jeder Schüler der Klasse mit einem solchen Notebook ausgestattet werden. „Das bedeutet aber nicht, dass die Schüler dann keinen Tuschkasten und keine Stifte mehr benutzen“, versicherte Dr. Henry Herper. Der Kuseyer, der früher selbst in dem Gebäude die Schule besucht hatte, hatte als Projektleiter bei der Uni Magdeburg das Klassenzimmer der Zukunft nach Kusey gebracht.

Die Stadträte waren begeistert von den Möglichkeiten, die Schülern und Lehrern durch die interaktive Tafel geboten werden. So ist es ein Leichtes, Informationen aus dem Internet allen Schülern auf der Tafel zugänglich zu machen. Zudem gibt es verschiedene Lernprogramme, die installiert sind. Während bislang stets nur ein Schüler an der Tafel arbeiten konnte, ist seit gestern vieles einfacher, denn je drei der 18 Schüler können sich nun über die Notebooks beugen.

„Wir wollen die Grundschulen in Kusey, Klötze und Kunrau mit diesem neuen Angebot ausstatten“, kündigte Matthias Mann an. Deshalb wurden Förderanträge gestellt. Allerdings muss die Gesamtfinanzierung des Vorhabens noch umgesetzt werden. 20 000 bis 25 000 Euro sind nötig, um eine Klasse mit interaktiver Tafel und Notebooks auszustatten. „Vielleicht können ja auch die Eltern mit ins Boot geholt werden“, schlug Marco Wille vor. Wenn sie von der modernen Unterrichtsweise ebenfalls profitieren können – zum Beispiel durch Kurse am Abend – wären sie eventuell bereit, sich an den Kosten für die Notebooks zu beteiligen, regte der Quarnebecker an. Ein Gedanke, der verfolgt werden soll.

„Wir würden die interaktive Tafel nicht mehr missen wollen“, zogen die Kuseyer Schulleiterin Claudia Mühl und Lehrerin Karin Bratz ein mehr als positives Fazit der neuen Möglichkeiten. „Der Unterricht macht den Kindern viel Spaß und es lockert die Stunden auf“, berichtete Karin Bratz. Nebenbei werden die Kinder auch mit den neuesten Techniken vertraut gemacht, was ihnen beim späteren Schul- und Berufsweg einen entscheidenden Vorsprung verschaffen könnte. Für den Lehrer ist der Umgang mit der neuen Tafel allerdings eine Umstellung. Umso mehr freute sich der Klötzer Bürgermeister über die Bereitschaft der Kuseyer Kolleginnen, aber auch der Lehrer aus den anderen beiden Grundschulen der Stadt, sich mit dieser neuen Technik vertraut zu machen.

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