Weil in Klötze nicht kontrolliert wird, reißt wildes Parken ein / Bis zu 21 Autos in der Einkaufsstraße

„Wir machen uns lächerlich“

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Besonders am Nachmittag und abends wird die Klötzer Einkaufsstraße zugeparkt. In der Spitze 21 Autos, die rechts und links vor den Häusern stehen, zählte Ortsbürgermeister Hans-Jürgen Schmidt.

Klötze. „Was ist eigentlich mit der Parküberwachung in Klötze?“, wollte Norbert Schulz im Klötzer Ortschaftsrat wissen.

Das Ortschaftsratsmitglied erinnerte daran, dass das Gremium informiert worden war, dass mit der neuen Stelle, die im Ordnungsamt für den Brandschutz geschaffen wurde, auch die Parküberwachung verbunden werden sollte: „Ein halber Tag Feuerwehr, ein halber Tag Stadt“, so sei die Schaffung der Stelle im Ortschaftsrat angekündigt worden. Ob es zur Umsetzung dieser Idee gekommen sei?, wollte Norbert Schulz wissen. „Dazu weiß ich nichts“, antwortete Ortsbürgermeister Hans-Jürgen Schmidt.

Dafür hatte er sich dem Thema Parküberwachung ganz persönlich gewidmet. Denn dass der frühere Fußgängerzonen-Abschnitt der Oebisfelder Straße sich zum Eldorado für Dauerparker entwickelt hat, ist dem Ortsbürgermeister ein Dorn im Auge. Weil die Stadt nichts unternimmt, schritt der Ortsbürgermeister jetzt selbst zur Tat: „Wir machen uns lächerlich, wenn das Parkverbot nicht kontrolliert wird“, betonte Schmidt. Er führte an drei Tagen hintereinander Statistik, um das Problem zu dokumentieren. Am 3. Juni um 14 Uhr zählte er 21 parkende Autos in dem Abschnitt, am 4. Juni um 17 Uhr waren es 18 Pkw und am 13. Juni um 13.30 Uhr zehn Autos. Auch direkt vor der Ortschaftsratssitzung am Donnerstag war Schmidt noch einmal zum Zählen durch die Einkaufsstraße gefahren. „Um 16.05 Uhr waren es 21 Autos. Ich musste sogar die Spiegel anklappen, um überhaupt durchzukommen“, berichtete er seinen Ortschaftsräten. „Wir lassen uns da als Stadt verarschen“, so sein deutliches Fazit. „Das Parken ist dort nicht gestattet“, erinnerte Hans-Jürgen Schmidt. „Es ist fürchterlich.“

Und die ehemalige Fußgängerzone, die inzwischen als Spielstraße ausgeschildert ist und befahren werden darf, ist nicht das einzige Gebiet mit Parkproblemen in Klötze, ergänzte Uwe Witte. Er verwies auf die Salzwedeler Straße, die Breite Straße und den Kapellenberg, wo entweder dauergeparkt werde, weil die ausgewiesenen Zeitbeschränkungen nicht kontrolliert werden, oder die Fahrzeuge beidseitig so eng stehen, dass ein Durchfahren der Straße nicht mehr möglich ist. „Der Bürgermeister hatte versprochen, dass eine Politesse nach Klötze kommt“, erinnerte Uwe Witte. Der Forderung schloss sich Hans-Jürgen Schmidt an: „Nur Geld tut weh“, wünschte er sich, dass durch Kontrollen das Fehlverhalten der Verkehrsteilnehmer abgestellt wird. „Das Knöllchenverteilen ist wohl wieder abgesagt worden“, vermutete indes Norbert Schulz, mit dessen Frage die Diskussion ihren Anfang genommen hatte.

Von Monika Schmidt

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