„Wir kommen jetzt in Orange“

Das neue Fahrzeug des Klötzer Wasserverbandes hat beeindruckende Ausmaße: Es ist 3,70 Meter hoch und 28 Tonnen schwer. Der Abwasserkanal kann gleichzeitig gespült und der Schlamm aufgesaugt werden.

Klötze - Von Monika Schmidt. Der Klötzer Wasserverband ht ein neues Fahrzeug in Betrieb genommen.

Ein Jahr lang musste der Klötzer Wasserverband auf sein neues Fahrzeug warten. Doch das Warten hat sich gelohnt, davon sind Geschäftsführerin Birgit Tüngler und ihre Mitarbeiter überzeugt. „Den Wagen gibt es kein zweites Mal, er ist von Hand ganz nach unseren Wünschen bestückt worden“, erläuterte die Geschäftsführerin. Die Aufbauten auf das Gestell wurden nach einer EU-weiten Ausschreibung von einer Spezialfirma in Wesel gemacht. Einen „Schlammspülsaugwagen“ mit integrierter Wasseraufbereitung hatten die Klötzer bestellt. Mit einer Gesamthöhe von 3,70 Metern, einem Gewicht von 28 Tonnen und einer Leistung von 440 PS ist ein gewaltiges Fahrzeug herausgekommen. Damit sich die Klötzer nicht wundern, stellte Birgit Tüngler das neue Fahrzeug mit ihren Mitarbeitern vor. „Wir kommen jetzt in Orange und nicht mehr in Weiß“, erklärt sie. Weil das Fahrzeug das Saugen und Spülen übernehmen kann, für das der Wasserverband bislang mit zwei Fahrzeugen ausrücken musste, rechnet sich die kostenintensive Investition für den Verband. Der alte Saugwagen aus dem Jahr 1992 kann außer Dienst gestellt werden.

Auf dem Fahrzeug befindet sich ein Fass, das zwölf Kubikmeter fasst. Uwe Wiegmann, Fachkraft für Abwassertechnik beim Klötzer Wasserverband, demonstrierte den Ablauf bei der Kanalreinigung. So wird zunächst das Saugrohr in den Kanal gelassen. Der Schlamm wird abgesaugt, die Dickstoffe werden in dem Tank gelagert. Darin wird gleichzeitig das Wasser wieder aufbereitet, sodass es beim Spülen zurück in den Kanal gedrückt werden kann. Bei der Wasserrückgewinnung wird eine Leistung von 550 Litern pro Minute erreicht. Jeden Abend werden die im Fass verbleibenden Dickstoffe in der Kläranlage entleert. Auch das funktioniert komplett elektronisch: Im Tank wird ein Vakuum erzeugt, die hintere Klappe wird geöffnet und die Dickstoffe werden herausgeschoben. Damit am Arbeitsende alles schön sauber ist im Fahrzeug, ist ein Hochdruckreiniger ebenfalls Bestandteil der Ausstattung.

Der Schlauch zum Spülen des Kanals kann mit verschiedenen Düsen bestückt werden, die beispielsweise im Rohr eingewachsene Wurzeln gleich entfernen können.

Das High-Tech-Fahrzeug kann sogar per Fernsteuerung bedient werden. Es ist auch mit einer Winterheizung ausgestattet, sodass bei bis zu minus 20 Grad draußen gearbeitet werden kann.

Detlef Bock machte beim Vorstellen des Fahrzeugs noch auf einen besonderen Clou aufmerksam: Der Wagen ist mit einem eigenen Waschbecken ausgestattet. „Die Mitarbeiter sind den ganzen Tag mit dem Fahrzeug draußen unterwegs. Da müssen sie auch mal die Gelegenheit haben, die Hände zu waschen“, begründete Birgit Tüngler.

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