Unternehmen halten beim Bewerbertag Ausschau nach zukünftigen Fachkräften

Win-win für Schüler und Betriebe

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Für SCA-Geschäftsführerin Bärbel Müller und Celine Böse war der Bewerbertag an der Klötzer Sekundarschule erfolgreich. Die Schülerin ist ihrem Wunschberuf einen Schritt näher und das Unternehmen hat eine zukünftige Fachkraft in Aussicht.

Klötze. Eine Win-win-Situation für Schüler und Betriebe ist der Bewerbertag der Klötzer Sekundarschule Dr. -Salvador-Allende, der dort mittlerweile zum festen Angebot gehört.

So hatten gestern wieder die Jungen und Mädchen der neunten Klasse die Möglichkeit, sich zehn Betrieben in Bewerbungsgesprächen vorzustellen. Wochenlang hatten sich die Schüler auf den dritten Bewerbertag vorbereitet, Bewerbungsmappen erstellt und das richtige Auftreten geprobt. Kleine Fehler und Pannen, die hier und da noch passierten, blieben gestern ganz ohne Folgen. Bei der Auswertung in der Aula erhielten die Schüler noch einmal hilfreiche Tipps, wie sie mit Wissen, guter Gesprächsführung, tadellosen Bewerbungsunterlagen und selbstbewusstem Auftreten bei Ausbildungsbetrieben punkten können.

Für die zehn vertretenen Unternehmen ist der Bewerbertag zudem eine gute Möglichkeit, sich nach potenziellen Auszubildenden umzusehen. So nutzte zum Beispiel Bärbel Müller, Geschäftsführerin des SozialCentrums Altmark (SCA), gleich ihr erstes Gespräch, um Kontakte zu knüpfen. Bei ihr hatte sich die 14-jährige Celine Böse auf einen Ausbildungsplatz als Altenpflegerin beworben. „Fachkräfte sind immer gesucht, gerade hier in der Region, wo viele junge Menschen abwandern. Langsam vollzieht sich aber ein Wandel in der Gesellschaft. Der Beruf wird anders wahrgenommen. Die jungen Leute erkennen, dass Altenpflege ein Beruf mit Zukunft ist, der immer gebraucht wird. Wir nehmen jedes Jahr Auszubildende, ohne Obergrenze“, erklärte Bärbel Müller im AZ-Gespräch. Ihr komme es bei den Bewerbern besonders auf gute Noten in Deutsch und Biologie sowie Interesse am Beruf an, erzählte sie. „Wir suchen junge Leute, die bereit sind, Verantwortung zu übernehmen und wirklich gerne mit Menschen zu tun haben wollen“, sagte die Geschäftsführerin.

Von Celine Böse wollte Bärbel Müller unter anderem wissen, was die Schülerin über das SCA weiß, ob sie bereits Praktika absolviert hat und woher ihre Motivation und ihr Interesse an der Altenpflege kommen. „Viele denken, dass Jugendliche sich nicht für ältere Menschen interessieren. Ich will beweisen, dass das nicht so ist“, erzählt die 14-Jährige.

Auf das Gespräch mit Bärbel Müller hatte sie sich gut vorbereitet und mit einer Freundin vor dem Bewerbertag die SCA-Sozialstation in Klötze besucht, um sich Informationen über die Größe des Unternehmens, die Standorte in Beetzendorf und Klötze sowie die verschiedenen Aufgaben und Stationen zu holen. „Ich finde, es lief ganz gut, aber ich war sehr nervös“, schätzte sie den Verlauf ihres Vorstellungsgesprächs selbst ein und behielt damit recht. Durch den Bewerbertag ist Celine Böse ihrem Traumberuf wieder ein Stückchen näher gekommen. Die Schülerin überzeugte und erhielt ein Angebot in den Pfingstferien weiter in die Altenpflege reinzuschnuppern zum Beispiel in der Tagespflege oder in der ambulanten Pflege. „Du könntest eine Tour mit einer Mitarbeiterin mitfahren“, schlug Bärbel Müller vor und gab dem Mädchen einige SCA-Broschüren mit Infos rund um den Beruf mit auf den Weg. „Das war ein tolles Bewerbungsgespräch. Ich hätte ihr am liebsten gleich einen Vertrag angeboten“, lobte Bärbel Müller.

Von Katharina Schulz

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