Elektronischer Antrag an den Petitionsausschuss: „Enge Süd“ soll nicht gebaut werden

Wieder Gegenwind aus Brome

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Gegenwind nicht nur von den vorbeifahrenden Lkw, sondern auch aus Brome verspüren die Klötzer Streiter für den schnellen Bau einer Ortsumgehung in Brome. Aber Jürgen Barth (v. l.), Lothar Jährig und Giesela Theuerkauf haben sich gewappnet.

Klötze. Die Klötzer Bürgerinitiative für den schnellen Bau einer Ortsumgehung in Brome ist weiter aufmerksam. Denn die „Enge Süd“ steht schon wieder zur Debatte. „In Brome macht sich Gegenwind stark“, erklärte BI-Sprecher Lothar Jährig.

Bislang ist der Protest nur im Internet zu finden. Dort hat Ernst Paasche aus Brome eine elektronische Petition an den zuständigen Ausschuss im Bundestag eingereicht, in der er beantragt, dass die „Enge Süd“ als Variante der Bromer Ortsumgehung nicht gebaut wird. So möge es der Bundestag entscheiden, bittet er und hat bislang 117 Mitzeichner auf seiner Liste.

Damit sich der Petitionsausschuss des Bundestages mit dem Anliegen beschäftigt, sind jedoch 51 000 Mitzeichner nötig, erläuterte gestern Nachmittag der Klötzer SPD-Landtagsabgeordnete Jürgen Barth. Er hatte gemeinsam mit den Sprechern der Klötzer BI, Lothar Jährig und Giesela Theuerkauf, zu einem Gespräch über den neuesten Stand der Entwicklung eingeladen. Nur noch bis zum 6. Januar kann für den Antrag von Ernst Paasche gezeichnet werden, so dass die Klötzer BI-Mitglieder ziemlich zuversichtlich sind, dass die Petition nicht bis zum Bundestag vordringt. Trotzdem bittet Lothar Jährig, die Unterstützer aus Klötze, unter www.epetitionen.bundestag.de ihre Meinung zu diesem Thema kund zu tun. Er selbst hat dies bereits gemacht und auf die 2 330 Unterschriften verwiesen, die die Klötzer für den schnellen Bau der Umgehung geleistet haben. Zudem hat die BI eine Gegenpetition verfasst, die ab Januar bei den elektronischen Petitionen an den Bundestag zu finden sein wird, kündigte Jürgen Barth an.

Der Vorstand der Klötzer Bürgerinitiative war indes nicht untätig. So suchten die Mitglieder den Kontakt zu Ralf Jügler aus Kunrau, der sich im Ortschaftsrat über den gestiegenen Lkw-Verkehr auf der Umleitungsstrecke beklagte hatte. Er ist mit seiner gesamten Familie Mitglied in der BI geworden, informierte Lothar Jährig. Und auch das im Oktober verschobene Gespräch mit dem Landesverkehrsminister Thomas Webel hat einen neuen Termin: Am 16. Februar wird er in Klötze zu Gast sein und sich vor Ort ein Bild über die Belastung für die Anlieger an der Umleitungsstrecke machen und mit der BI über die Problematik sprechen.

„Der Antrag von Ernst Paasche widerspricht unserem Anliegen kolossal und zu 100 Prozent“, macht Lothar Jährig deutlich.

Trotzdem blickt er ein „bisschen optimistisch“ in die Zukunft. So hatte er vom Straßenbauamt in Wolfenbüttel, dass für die Planung der Ortsumgehung in Niedersachsen zuständig ist, erfahren, dass bis Mitte 2013 der Vorentwurf zur Ortsumgehung aufgestellt sein soll. „Das ist wichtig, denn bis 2013 muss alles in Sack und Tüten sein, weil der Bundesverkehrswegeplan sonst ausläuft. Sonst müssten wir weitere 20 Jahre warten“, erläuterte Lothar Jährig. Und so lange möchte er nicht, dass die Lkw ab morgens 2.30 Uhr bei ihm direkt vor der Haustür an der Oebisfelder Straße vorbeifahren. Schon jetzt wundern sich die Besucher von Lothar und Rosemarie Jährig immer wieder, wie die Familie diese Belastung aushalten kann. Übernachtungsgäste neulich hätten ab morgens senkrecht im Bett gestanden, weil der Lkw-Verkehr sie aus dem Schlaf geholt hatte.

Von Monika Schmidt

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