„Wir wollen, dass die Bürger hier alles loswerden“/ Wertstoffhof in Klötze hat seit 1. Januar geöffnet

Nichts für die Mülltonne

+
Ingo Ast, Mitarbeiter der Container und Recycling GmbH, hat auf dem Wertstoffhof viel zu tun. Der erste Container voller Kühlschränke und Waschmaschinen ist schon weg.

Klötze. Endstation Wertstoffhof: Fernseher und Computerbildschirme, die vielleicht vor zehn Jahren unter dem Weihnachtsbaum standen, bilden jetzt einen Berg bis zum Rand eines Containers, der auf dem Hof der Container und Recycling GmbH in Klötze steht.

Dicke Röhrenbildschirme, wie sie jetzt keiner mehr haben will. Daneben ausgediente Kaffeemaschinen, Staubsauger und Kleingeräte.

Die alten Röhrenbildschirme und Fernseher mussten nach Weihnachten neueren Modellen Platz machen.

„Der erste Container mit Kühlschränken und Waschmaschinen und Elektroherden ist sogar schon weg“, erzählt Manfred Arnold, Geschäftsführer der Container und Recycling GmbH. Sie nimmt den Elektronikschrott seit 2. Januar im Auftrag der Deponie GmbH des Altmarkkreises Salzwedel an. Auch Altkleider, Papier, Verpackungsabfälle, Flaschen, Grünschnitt und Schrott können an der Salzwedeler Straße 34b ebenso kostenfrei abgegeben werden. „Wir wollen, dass die Bürger hier fast alles los werden“, erklärt Geschäftsführer Arnold. Und seine Mitarbeiter haben alle Hände voll zu tun. „Bisher wird der Wertstoffhof von den Bürgern sehr gut angenommen. An unseren drei Öffnungstagen sind wir voll ausgelastet, obwohl viele Leute erzählen, dass sie uns nicht gleich finden, weil ihr Navi die Hausnummer nicht erkennt“, berichtet Arnold. Vor allem nach Weihnachten werde viel weggeworfen.

Aber nicht nur große Elektrogeräte wie Fernseher und Kaffeemaschinen landen im Container, auch Kleingeräte, wie zum Beispiel Rasierapparate und elektrische Zahnbürsten werden hier fachgerecht entsorgt.

In den Wertstoffhöfen in Cheine und Gardelegen wurden vergangenes Jahr insgesamt 90 Tonnen Elektromüll gesammelt. „Durch diese getrennte Rücknahme wird sichergestellt, dass diese Abfälle nicht auf der Deponie oder in der Müllverbrennung landen, sondern Recyclinganlagen zugeführt werden können und hier die Rückgewinnung von wertvollen Rohstoffen erfolgen kann“, erklärt Dietrich Schultz, Geschäftsführer der Deponie GmbH.

Deutschlandweit organisiert wird das Recycling durch die Stiftung Elektro-Altgeräte-Register (EAR). „Wenn die Sammelbehälter auf den Wertstoffhöfen voll sind, werden sie zur Abholung angemeldet, und die EAR organisiert die Abholung und die Anlieferung an zugelassene Recyclingunternehmen“, berichtet Schultz weiter.

Trotzdem weiß auch der Geschäftsführer der Deponie GmbH, dass immer noch viel Elektromüll im Hausmüll landet. Der kaputte Toaster wird einfach mit in den Hausmüll gesteckt, und damit hat sich die Sache erledigt. So denken jedenfalls viele. Was mit alten Elektrogeräten wirklich passiert, beschäftigt kaum jemanden.

Etwa 100 000 Tonnen Elektroschrott pro Jahr werden aus Deutschland exportiert und nach Afrika verschifft. In Ghanas Hauptstadt Accra etwa zerlegen zirca 7000 Kinder täglich alte Elektronikgeräte aus Europa. Die Müllhalde vor Accras Toren ist so groß wie sieben Fußballfelder. Um an die wertvollen Kupferkabel zu gelangen, werden die Geräte einfach verbrannt. Bei der Verbrennung entstehen hochgiftige Gase, die den Kindern und der Umwelt schaden. Dabei ist der Weg zum Wertstoffhof gar nicht weit.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare