Krimis sind aber auch bei den Erwachsenen gefragt / Im Sommer geht der Trend zu leichter Lektüre

Wenn Jugendbuch, dann Thriller

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Einen ganzen Tisch voller aktueller Bestseller für Erwachsene und Jugendliche hat Iris Wienecke neu im Bestand der Klötzer Stadt- und Kreisbibliothek. Vor allem Jugendthriller sind derzeit gefragt, sie werden auch von Erwachsenen gern gelesen. Im Sommer hat zudem leichte Lektüre Hochkonjunktur.

Klötze. „Das läuft wirklich gut“, stellt die Klötzer Bibliotheksleiterin Iris Wienecke mit Blick auf die Aktion Lesesommer XXL fest. In diesen Sommerferien sind noch einmal mehr Kinder dabei als im Vorjahr.

Die große Abschlussveranstaltung, bei der den Teilnehmern Urkunden vom Bürgermeister überreicht werden, findet am 11. September statt.

Bis dahin können die teilnehmenden Schüler natürlich nicht nur die Bücher aus dem speziell für die Aktion geschaffenen Regal lesen. „Jugendthriller sind gerade der große Renner bei der Ausleihe“, hat Iris Wienecke beobachtet. Ein neues Genre, das Jugendliche wie Erwachsene gleichermaßen anspricht. „Auch die Verlage machen durch neue Banderolen auf dem Cover auf dieses Genre aufmerksam“, staunte Iris Wienecke, als sie neue Literatur für die Leseratten in Klötze und Kunrau zusammenstellte. „Der Atem der Angst“ von Alexia Hennig von Lange gehört dazu. „Perlentod“ von Juliane Breinl und „Frostherz“ von Bettina Brömme gehören zu den Neuanschaffungen der Klötzer Bibliothek. „Die Jugendkrimis erscheinen alle in der gleichen Aufmachung“, der Wiedererkennungswert für die jungen Leser ist also gegeben, findet die Bibliotheksleiterin. Eines steht bei ihren Anschaffungen derzeit fest: „Wenn Jugendbuch, dann Thriller.“

Erst beim Auspacken der Lieferung ist Iris Wienecke ein weiterer Trend aufgefallen: Weil sie für die beiden Bibliotheken in Kunrau und Klötze ein wenig leichte Sommerliteratur anschaffen wollte, hat sie bei den aktuellen Bestsellern zugeschlagen. Vor allem, „weil mir die Cover gut gefallen haben“, gibt Iris Wienecke zu. Gerade im Sommer darf es auch schon mal die leichtere Lektüre sein. Beim Auspacken und Blick auf die Rückseiten der Bücher stellte Iris Wienecke dann fest: „Die sind alle für 50 plus.“ Auch das ist ein neues Genre, das die Verlage eingeführt haben. Leichte Lektüre mit lustigen Inhalten, vor allem über Frauen um die 50, die sich an die gleichaltrige Leserschaft richtet. „Liebe verlernt man nicht“ von Lilli Beck, auch schon fürs Fernsehen verfilmt, gehört zu diesen Stoffen. Ebenso wie „Sag beim Abschied leise Blödmann“ von Ulrike Herwig und „Oma packt aus“ von Brigitte Kanitz gehören dazu. „Heiteres geht immer“, weiß Iris Wienecke aus Erfahrung. Ganz gespannt ist sie schon auf „Ich koch dich tot“ von Ellen Berg. „Darin geht es um eine Frau, die unliebsame Männer mit Rattengift um die Ecke bringt“, erklärt Iris Wienecke. Ein großer Spaß. Nur die „todsicheren Rezepte“ am Schluss befriedigen nicht. „Ich hab nachgeguckt: Rattengift gehört nicht zu den Zutaten“, schmunzelt die Bibliotheksleiterin. Lesen möchte sie das Buch aber trotzdem.

Auch die Krimifreunde kommen auf ihre Kosten. Ganz neu in der Ausleihe ist „Nachtwandler“ von Sebastian Fitzek. Der junge deutsche Krimiautor ist sehr gefragt. „Das Buch ist ständig unterwegs“, stellt Iris Wienecke fest. Und als sie es für einen Leser vormerken möchte, findet sie bereits zwei Vormerkungen, die übers Internet gemacht wurden. Der Krimi ist gerade der Renner der Bibliothek.

Im Sommer nicht so viel nachgefragt sind Sachbücher. Sie sind eher etwas für die dunklere Jahreszeit. Auch Reiseführer werden eher im Winter ausgeliehen. „Die nehmen die Leser, um sich auf ihre Reisen vorzubereiten und den Urlaub zu planen“, vermutet Iris Wienecke. In den Koffer kommen sie auch wegen der Kilo-Begrenzungen bei Flügen eher nicht. Da greifen die Klötzer lieber zum Taschenbuch mit leichter Strandlektüre.

Und wer nicht immer nur die neuesten Bestseller lesen möchte, sondern auch mal Lust auf etwa Älteres hat, findet in der Stadt- und Kreisbibliothek ebenfalls Anregungen. Auf dem kleinen Präsentationstisch direkt neben ihrem Arbeitsplatz stellt Iris Wienecke regelmäßig Autoren vor, die ein besonderes Jubiläum haben. Derzeit verweist sie beispielsweise auf Joachim Ringelnatz dessen 130. Geburtstag am 7. August begangen wurde. „Die wilde Miss vom Ohio“ oder „Überall ist Wunderland“ machen so Appetit aufs Wiederlesen.

Von Monika Schmidt

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