Das sorgt für Unmut bei den Feuerwehren der Einheitsgemeinde

Neue Dienstanweisung für Klötzer Brandschützer: Einsatz nur mit 2 G

Feuerwehr Einsatz Brietz
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Wenn es brennt, kommt die Feuerwehr - in Klötze aber nur noch unter 2 G.
  • Monika Schmidt
    VonMonika Schmidt
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Ab 13. Dezember gilt auch für die Feuerwehren der Einheitsgemeinde Klötze die 2 G-Regelung. Nur Geimpfte und Genesene sitzen in den Fahrzeugen. Andere Einsatzkräfte müssen erst einen Test nachweisen.

Klötze – Stadtwehrleiter Denny Dörwald beruhigt als Erstes: „Wenn es brennt, kommt die Feuerwehr natürlich sofort“, betont er im AZ-Gespräch. Jede Freiwillige Feuerwehr in der Einheitsgemeinde in Klötze wird ab 13. Dezember zumindest einen Angriffstrupp bilden, die bei Alarm sofort ausrückt. Allerdings könnte es bei den nachrückenden Kräften zu Problemen kommen, auf die Randy Schmidt, Stadtratsmitglied und Ortswehrleiter von Jahr-stedt, im Stadtrat aufmerksam machte. Ab 13. Dezember, so bestätigte im Pressegespräch Denny Dörwald, gilt die neue Dienstanweisung für die Feuerwehren: Sofort ausrücken darf nur, wer ausreichend geimpft oder genesen ist (2G). Alle anderen Feuerwehrleute müssen sich erst vor dem Gerätehaus testen, um ebenfalls zum Einsatz fahren zu können. „Das gilt nicht für diejenigen, die sich schon bei der Arbeit oder anderswo getestet haben und die einen entsprechenden Nachweis schon vorgelegt haben“, ergänzt der Stadtwehrleiter. Ein weiteres Problem: Nachgerückt werden kann nur in den Orten, in denen mehrere Feuerwehrfahrzeuge zur Verfügung stehen. Denn aus versicherungstechnischen Gründen dürfen die Einsatzkräfte nicht mit dem Privatwagen zum Einsatz fahren. Bei Ortswehren, die nur über ein Fahrzeug verfügen, können sich die ehrenamtlichen Brandschützer, die nicht unter die 2 G-Regelung fallen, damit faktisch den Weg zum Gerätehaus ganz sparen.

Stadt will Versicherungsschutz nicht verlieren

Nötig wird die neue Dienstanweisung für die Einheitsgemeinde, weil die entsprechenden 2 G-Regelungen von der Feuerwehrunfallkasse und dem Gemeindeunfallverband vorgeschrieben werden. Wenn sie nicht eingehalten werden, verlieren die Einsatzkräfte ihren Versicherungsschutz. Deshalb bleibt der Stadt als Träger des Brandschutzes nichts anderes übrig, als die Regelungen zu befolgen, betont Bürgermeister-Stellvertreter Matthias Reps im AZ-Gespräch. „Wir wollen die Kameraden nicht dem Risiko aussetzen, dass sie nicht versichert sind“, so Matthias Reps weiter. Die zusätzlichen Coronatests, die für die Brandschützer nötig sind, muss die Stadt finanzieren. „Da kommen schon mal 1000 Euro zusammen“, weiß Matthias Reps. Das Geld muss nun noch zusätzlich im Haushalt eingeplant werden. „Die Feuerwehren sind schon seit zwei Jahren extrem eingeschränkt“, erinnerte Randy Schmidt im Stadtrat. Es gab keine Dienste, keine Veranstaltungen und sei schwer gewesen, die Wehr zusammenzuhalten. Mit den bisherigen Dienstanweisungen zu Corona, der verringerten Einsatzstärke und den Hygienemaßnahmen sei die Feuerwehr gut gefahren, schätzte der Jahrstedter Wehrleiter ein. „Haben wir wirklich so viel Einsatzkräfte, vor allem Atemschutzgeräteträger, dass wir uns das leisten können?“, fragte Randy Schmidt. Wenn Feuerwehrleute nicht ausrücken dürfen, „dann verliere ich sie“, befürchtet der Wehrleiter. Randy Schmidt „grault“ es vor der Umsetzung der neuen Dienstanweisung. Letztendlich werde so nur versucht, Druck zum Impfen auszuüben. „Das Ehrenamt wird so mit Füßen getreten.“ Sein Vorstoß, dass die Stadt die „Kann-Bestimmung“ des Gemeindeunfallverbandes nicht umsetzt, „um nicht noch die letzten Kameraden zu vertreiben“, wurde von der Stadt mit dem Hinweis auf den Versicherungsschutz abgelehnt.

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